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EK VOM 07.04.2005
 

Warnung vor unbekanntem Hundevergifter: Vier Tiere qualvoll verendet

Pfünz (chl) In Pfünz treibt offenbar ein perfider Hundevergifter sein Unwesen. Die Eichstätter Polizei hat die Ermittlungen gestern. aufgenommen, nachdem vier Pfünzer Familien Anzeige erstattet haben, deren Hunde an üblen Vergiftungserscheinungen jämmerlich zu Grunde gegangen sind. Es hatte eine ganze Zeit lang gedauert, bis die Betroffenen Verdacht schöpften. „Wir haben erst an Ostern voneinander erfahren", erzählen Iris Pürzer, Hermine Netter, Marianne Reiser und Walburga Treffen beim Besuch in unserer Zeitung. Der erste der vier mutmaßlich vergifteten Hunde war schon am 9. Januar qualvoll verendet, der bisher letzte am 24. März - „und alle vier hatten die gleichen Symptome", erzählen die Frauen. Bei „Schnuppi", dem elfjährigen Spitz der Familie Pürzer, hatte der Tierarzt tatsächlich eine Vergiftung als Todesursache festgestellt - die Art des Giftes konnte aber noch nicht geklärt werden. Bei den anderen Hunden war noch kein Verdacht geschöpft worden, der 13-jährige Pudel „Nino" der Familie Treffer war offiziell an hohen Leukozytwerten und Nierenversagen eingegangen. „Was muss das für ein Mensch sein, der das den Tieren und unseren Familien antut?", fragt sich Hermine Netter. Denn auch ihr achtjähriger Dackelmischling „Sandy" war - ebenso wie der sechsjährige Bernhardiner „Cäsar" der Familie Reiser - ein echtes Familiemitglied. „Das waren keine Zwingerhunde oder Streuner." Walburga Treffer ergänzt fassungslos: „Nino war wie ein drittes Kind, meine Buben sind mit ihm aufgewachsen und mussten nun seinen Todeskampf miterleben - sowas tut man doch niemanden an." Auch der Leiter der Eichstätter Polizeiinspektion, Helmut Wühr, findet absolut kein Verständnis für einen solchen Täter. Zumal auch er die vier Tiere selbst kannte und daher bestätigen kann, dass es sich um keine „Kläffer", sondern um „ganz ruhige Familienhunde" gehandelt habe. Strafrechtlich wurde nun Anzeige wegen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz gegen Unbekannt gestellt: Möglich sei eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, wenn jemand „ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt", so Wühr. Dass wohl tatsächlich ein Hundevergifter in Pfünz „am Werk" ist, lässt sich nicht nur an den Krankheitssymptomen der bisher vier Opfer feststellen: In der Ortschaft wurden in den vergangenen Monaten zudem immer wieder Fleischbrocken, gekochte Innereien oder auch Wurstsemmeln nahe des Spielplatzes, in öffentlichen Wiesen und auch in privaten Gärten gefunden - denen man bisher noch keine große Beachtung geschenkt hat. Wühr ermahnt deshalb alle Pfünzer, auf solche möglicherweise vergifteten „Köder" zu achten - erneute Taten seien nicht ausgeschlossen - und bittet um Hinweise. Iris Pürzer erklärt: „Ich hab jetzt immer eine Tüte dabei, damit ich so etwas aufsammeln und zum Analysieren geben kann."


EK vom 06.04.2005 | EK vom 08.04.2005

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