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EK VOM 01.07.2005
 

Pfünzer Römergruppe in Dennenlohe stark vertreten

Pfünz (och) In Dennenlohe fand zum zweiten Mal ein Gladiatorentreffen statt, zu dem die Pfünzer Römergruppe wieder eingeladen war. Besonders positiv überrascht war Helmut Drieger, Vorsitzender des Pfünzer Heimatvereins „Vetoniana", dass am Samstag knapp 40 Personen und am Sonntag über 50 Teilnehmer den Auftritt der Pfünzer zu einer eindrucksvollen Demonstration machten. Bei jedem Auftritt der Pfünzer Gruppe sind einige Tonnen zu bewegen, alleine der Onager hat über zwanzig Zentner. Vom Reißnagel für die Informationstafeln bis zum Gemüse für den Lagereintopf muss alles dabei sein, um ein perfektes Bild für die Besucher zu bieten. Wie eingespielt die Gruppe arbeitet, zeigt, dass bereits rund drei Stunden nach der Ankunft in Dennenlohe das komplette Auxiliarlager eingerichtet, Onager und Scorpio in Schussposition waren. Schon zwei Stunden vor Festbeginn waren die Vorbereitungen abgeschlossen, und die Römer warteten bei bestem Wetter auf die Besucher. Diese kamen, vermutlich nach den guten Erfahrungen aus dem letzten Jahr, sehr zahlreich. Die Römergruppe wurde von ihrem Vorsitzenden Drieger sehr gut präsentiert und hat damit sicher bei einigen Besuchern die Neugierde auf einen Besuch des Pfünzer Kastells geweckt. Die Pfünzer Gruppe brachte aber nicht nur seinen Onager und den Scorpio in Stellung, die Vorführungen und Erklärungen durch Josef Neubauer zogen viele Interessierte an. Auch ein vielfältiges Bild des römischen Lager- und Handwerkerlebens wurde gezeigt. Am Töpferstand von Stilla Schreiner konnten die Besucher zusehen und auch selbst probieren, wie man römische Trinkgefäße herstellt. Josef Auer und Philipp Drieger zeigten abwechselnd die römische Drechselbank mit Fußbetrieb. Es ist einfach erstaunlich, mit welch einfacher Vorrichtung man perfekte Drechselarbeiten herstellen kann. Die Zimmermänner Josef Held und Wolfgang Betz zogen die Besucher an, als sie einen Stamm mit dem Beil zu einem quadratischen Balken verarbeiteten, wichtiges Baumaterial für die Limeswachtürme. Wären nicht doch noch ein paar Spuren der Beilhiebe, würde man vermuten, der Balken käme aus dem lasergesteuerten Sägewerk der heutigen Zeit. Siegfried Borowitz schlüpfte in die Rolle des Schusters und zeigte die Herstellung der römischen Militärsandalen. Die Bäckerei war mit zwei Frauengruppen im Wechsel beschäftigt, Weizenschrot zum berühmten Legionärsbrot zu verarbeiten. Das Lager selbst bestand aus zwei Legionärszelten und einem Zenturienzelt. Die restliche Mannschaft im Lager war damit beschäftigt, die Herstellung von Kettenhemden und Schuppenpanzern zu erklären. Die Funktionsweise der Pfünzer Groma ist nahezu bei allen Besuchern unbekannt gewesen, ebenso die Methode, wie die römischen Landvermesser ohne Kompass die Himmelsrichtungen bestimmten. Die kleinen Besucher waren erstaunt, wie unterhaltsam man mit Schafsknochen würfeln kann. Am Sonntagabend waren dann alle „Römer" ziemlich müde, nach diesen zwei erlebnisreichen Tagen. Vor der Rückfahrt nach Pfünz musste aber das ganze Lager wieder abgebaut und für den Rücktransport verladen werden. Aber auch hier ist die Routine zu merken, in einer guten Stunde war alles verpackt und verstaut, bis zum nächsten Auftritt.


Juli 2005 | EK vom 07.07.2005

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