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EK VOM 27.08.2005 |
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Vogelschützer werben für hochintelligente Jäger Europäische Fledermausnacht / Im Landkreis 15 Arten
Eichstätt (cst) Sie sind als Jäger der Nacht und mystische Vampirfiguren bekannt: Noch immer überkommt manchen Zeitgenossen beim Anblick von Fledermäusen ein leichter Grusel. Diesem völlig unbegründeten schlechten Ruf dieser nützlichen Säugetiere soll am heutigen Samstag zum neunten Mal die europaweite Fledermausnacht entgegenwirken. Auch im Landkreis Eichstätt werben heute Natur- und Vogelschützer für die hochintelligenten Insektenjäger. Die Ortsgruppe Kipfenberg des Bund Naturschutz führt um 20 Uhr eine Fledermauswanderung durch. Treffpunkt ist um 20 Uhr an der Altmühlbrücke in Kipfenberg. In Pfünz ist Treffpunkt für eine weitere Fledermausführung ebenfalls um 20 Uhr an der Kirche. 1997 hat das europäische Fledermaus-Sekretariat (Eurobats) die Bat Night ins Leben gerufen. In Bayern organisiert der Landesbund für Vogelschutz die Aktion. In Bayern werden insgesamt 28 Veranstaltungen für ein positiveres Bild der Fledermäuse werben. Mit Taschenlampen und Bat-Detektoren, die die Ultraschall-Schreie der Fledermäuse hörbar machen, gehen Gruppen im ganzen Land auf Expedition. Von den weltweit rund 900 bekannten Fledermausarten leben allein in Bayern 21 und im Landkreis Eichstätt immerhin 15 Arten. Eine dominante Stellung nimmt bei uns das Große Mausohr ein, mit bis zu 40 Zentimetern Flügelspannweite die größte heimische Fledermaus ist. Sechs Kirchen im Landkreis beherbergen einzigartige Konzentrationen großer Mausohr-Wochenstuben, wie zum Beispiel in Pfünz, wo in der St.-Nikolaus-Kirche dieses Jahr geschätzte 800 Nachtschwärmer ihr Quartier aufgeschlagen haben. Auch in Gungolding, Schambach, Breitenfurt, Obereichstätt und Unteremmendorf werden die Kirchendachstühle von Fledermäusen bewohnt, weswegen diese Kirchen auch unter europäischem Naturschutz stehen. Ganz ohne „Nebenwirkungen" bleiben die Kirchenbewohner für den Menschen allerdings nicht: 800 Fledermäuse machen natürlich auch Dreck, den der Pfünzer Kirchenpfleger Anton Hagl zweimal im Jahr wegräumen muss. Zirka zehn Eimer müssen er und seine Helfer auf dem Dachboden des Kirchenlangschiffs und im Turm im Frühjahr und Herbst zusammenkehren und entsorgen. Fledermäuse zählen zu den meist gefährdeten Tierarten, weswegen der Artenschutz seit den 1990er Jahren auch immer mehr zugenommen hat. Vor allem durch den übermäßigen Pestizideinsatz in den 1970er Jahren sind die Fledermäuse immer mehr von der Bildfläche verschwunden. In den 1980er Jahren stellte man schließlich einen Populationstiefpunkt fest: Im Vergleich zu den 1950er Jahren war der Bestand auf ein Viertel zusammengebrochen, was neben den Pestiziden auch auf eine zunehmende Quartiersnot zurückzuführen war. Der offene Dachstuhl wich immer mehr einer modernen Bauweise, weswegen sich der Lebensraum immer mehr auf Kirchen reduzierte. Gleichzeitig nahm auch das Nahrungsangebot ab, da die großflächige Ausräumung der Landschaft im Zuge der Flurbereinigung Klein- und Jagdbiotope zerstörte. Inzwischen haben sich die Bestände aber wieder erholt. Im Landkreis Eichstätt kümmert sich in erster Linie die Arbeitsgruppe „Fledermaus" des Bund Naturschlitz um den Erhalt der Tiere. Vor allem bei Umbaumaßnahmen alter Gebäude, die Fledermausquartiere sind, werden die Experten Willi Reinbold und Johann Beck zu Rate gezogen. Aber auch verletzte Tiere kommen in ihre Obhut. „Wir bekommen pro Jahr zwischen zehn und 20 Tiere, die wir aufpäppeln", erzählt Bund Naturschutz-Vorsitzender Johann Beck.
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EK vom 16.08.2005
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