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EK VOM 03.12.2005
 

„Holz: Ein ökologisches Spitzenprodukt“
Holzförderpreis des Landkreises für die Hackschnitzelheizung im Jugendhaus Pfünz

Eichstätt/Pfünz (aur) Die Diözese Eichstätt hat für ihre Hackschnitzelheizung im Jugendhaus Schloss Pfünz den Holzförderpreis 2005 des Landkreises Eichstätt erhalten. Der Preis, der Teil des Umwelt- und Naturschutzprogramms des Landkreises ist, wurde bereits zum neunten Mal vergeben. Erstmals fand die Verleihung nicht im Spiegelsaal der Residenz statt, sondern direkt vor Ort im Jugendhaus, damit dort die Heizanlage auch gleich besichtigt werden konnte. Der Hausherr, Jugendpfarrer Martin Geistbeck, meinte stolz: „Das Haus hat seine Umweltkompetenz und seinen Blick auf regionale Zusammenhänge schon seit Jahren bewiesen. Mit dieser Anlage hat die Diözese ein Zeichen gesetzt." Im Übrigen funktioniere die Heizung wunderbar - „das ist wirklich eine gute Sache." Der Holzförderpreis wird jährlich für die innovative oder besonders gelungene Verwendung heimischen Holzes vergeben. Prämiert werden in der Regel mehrere Objekte. In diesem Jahr würdigte der Landkreis nicht nur Pfünz mit 500 Euro, sondern mit dem selben Betrag auch eine Gemeinschafts-Hackschnitzelheizanlage in Buchenhüll. Dort haben sich die drei Nachbarn Christoph Schüller, Franz und Beate Mayer und Hans und Marianne Brems gemeinsam einen Heizanlage angeschafft. Der jährliche Sonderpreis der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Eichstätt im Wert von 200 Euro ging heuer an Rainer und Christina Rechermann, die sich in Biesenhard ein Haus in Holzständerbauweise gebaut haben. Landrat Xaver Bittl sagte: „Holz ist ein ökologisches Spitzenprodukt." Dieser wichtige Rohstoff sei im Landkreis, der zu 44 Prozent von Wald bedeckt ist, in großem Umfang vorhanden. Diesen Wert erkenne auch die Wirtschaft immer mehr, sagte Bittl mit Hinweis auf die Ansiedlung des riesigen neuen Werkes von Holz Binder im Interpark nahe Großmehring. Es werde dort nicht nur beim Sägen des Holzes bleiben, sondern bald würden bei Holz Binder auch weitere Anlagen zur „Holveredelung" entstehen. „Damit wird allen unseren Waldbesitzern ein enormer Schub verschafft. Das ist eine einmalige Chance, und die sollten wir nutzen." Hans Bayer, der Vorsitzende der Waldbesitzerorganisation FBG Eichstätt mit einer Gesamtwaldfläche von 15000 Hektar, stimmte zu: „Es steht eine Menge Holz vor der Hütten". Er erinnerte an die tagelangen Stromausfälle durch den heftigen Wintereinbruch im Münsterland: „Wie glücklich ist da eine Familie, die einen, wenn auch nur kleinen Ofen, heizen kann." Und bei den heutigen Ölpreisen sei eine Holzfeuerung auch ansonsten Trumpf: „Es ist ein herrliches Gefühl, wenn man merkt, wie der Geldbeutel geschont wird." Im direkten Vergleich mit Öl habe ein Festmeter trockenes Fichtenbrennholz einen Wert von 100 Euro - sei aber in Wirklichkeit viel billiger. Hoch zufrieden zeigten sich die drei FBG-Preisträger aus Buchenhüll mit ihrer seit gut einem Jahr laufenden Hackschnitzelheizung. „Ich kann das nur empfehlen", so Christoph Schüller. Er und seine beiden Nachbarn würden die Anlage reihum ohne finanziellen Abrechnungsaufwand befüllen. „Das wird nicht nur die nächsten fünf, sondern auch die nächsten 50 Jahre hinhauen." Christina Rechermann erläuterte ihr Haus in Biesenhard, erbaut in Holständerbauweise und ausgestattet mit Holzheizung und Solaranlage. Das Holz stamme komme fast komplett aus dem eigenen Wald, auch die Möbel habe ihr Mann, der Schreiner ist, fast alle selbst angefertigt. „Das ist wirklich ein behagliches Klima im Haus." Ingenieur Werner Sporrer stellte schließlich die Hackschnitzel-Heizanlage des Jugendhauses Pfünz vor, die von Mitgliedern der FBG Eichstätt beliefert wird. Der Bau der Anlage sei zunächst nicht erste Wahl gewesen: „Aber als man die ganzen Möglichkeiten durchspielte, hat die Hackschnitzelheizung das Rennen gemacht." Landrat Bittl betonte dazu: „Man darf nicht auf den letzten Cent schauen - in der Nachhaltigkeit lohnt es sich."


Dezember 2005 | EK vom 07.12.2005

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