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EK VOM 30.04.2003
 

„Im Großen und Ganzen hat's zusammengepasst
Vor 25 Jahren war die Gebietsreform abgeschlossen

Eichstätt (aur) Heute vor 25 Jahren endete für zahlreiche Gemeinden im Landkreis Eichstätt die jahrhundertelange Selbstständigkeit: Zum l. Mai 1978 war die Gebietsreform abgeschlossen, waren innerhalb von sechs Jahren nach und nach aus 143 Gemeinden 30 neue Kommunen geworden. Bis zuletzt hatten sich zahlreiche Dörfer gegen die zwangsweise Eingemeindung in den Nachbarort gewehrt, hatten manche vergeblich sogar den Bayerischen Verfassungsgerichtshof angerufen. Am Ende waren viele Wunden geschlagen, die nur langsam vernarbten. Dass aber eine neu geformte Gemeinde überhaupt nicht mit sich ins Reine kam, ist die große Ausnahme im Landkreis Eichstätt. Die Gemeinde Hitzhofen zum Beispiel wird das Jubiläum gewiss nur still begehen: Denn die Dörfer Hitzhofen und Hofstetten, die am l. Mal 1978 zusammengespannt wurden, standen 20 Jahre später kurz vor der Trennung. Eine „Bürgerinitiative selbstständiges ,Hofstetten" hatte den Eindruck, ihr: Ort komme zu kurz, und kämpfte seit 1999 offensiv für die Abspaltung von Hitzhofen unterstützt von mehr als zwei Drittem der Bürger. Schließlich befürwortete sogar der Gemeinderat mehrheitlich eine Ausgliederung des unwilligen Dorfes. Doch in München wurde im Juli 2001 die Trennung untersagt, der Landtagsausschuss für Kommunale Fragen und Innere Sicherheit konnte keine „Gründe des öffentlichen Wohls" für die Auflösung sehen, Während die Messlatte für die Auflösung einer bestehenden Gemeinde so hoch liegt, dass sie .praktisch nicht zu überspringen ist, sieht es bei den Verwaltungsgemeinschaften im Landkreis ganz anders aus. Auch sie wurden zum l. Mai 1978 gegründet, und zwar als Zusammenschluss mehrerer selbstständiger Gemeinden, die aus praktischen Gründen eine gemeinsame Verwaltung betreiben. Fünf solcher Verwaltungsgemeinschaften (VG) entstanden damals im Landkreis, nämlich die VG Eichstätt (Pollenfeld Schernfeld, Walting), die VG Eitensheim-Buxheim (Böhmfeld, Buxheim, Eitensheim, Hitzhofen), die VG Lenting (Hepberg. Lenting, Stammham, Wettstetten), die VG Nassenfels (Adelschlag Egweil, Nassenfels) und die VG Pförring (Mindelstetten, Oberdolling, Pförring). Die VGs erwiesen sich bald als sensible Gebilde. Schon 1979 zum Beispiel krachte es in der VG Eitensheim-Buxheim die Gemeinde Buxheim klinkte sich zum 1.Januar 1980 aus, Hitzhofen folgte 1993. Die VG Lenting löste sich nach und nach bis 1994 sogar komplett auf und ist nur noch eine Fußnote der Landkreisgeschichte. In der VG Nassenfels gärt es seit eh und je, ein Adelschlager Antrag auf Austritt wurde bereits abgelehnt 'Ein besonders vorbildliches Beispiel für eine gelungene VG, von der alle gleichermaßen profitieren. stellt die VG Eichstätt dar. Die Gemeinden Walting, Schernfeld und Pollenfeld leisten sich gemeinsam einen schmucklosen Verwaltungssitz, der auf „exterritorialem" Gebiet In der Pfahlstraße in Eichstätt liegt „Bei uns hat's noch nicht einmal Streit gegeben", .sagen die drei Bürgermeister, die sich einig sind, dass für ihre Bürger der zentrale und neutrale Standort Eichstätt optimal ist. Und unschlagbar billig sei eine Gemeindeverwaltung per VG in ihrem Fall sowieso. Die Verwaltungskosten pro Einwohner liegen nur bei 35 Euro pro Jahr, das dürfte im Landkreis der niedrigste Wert sein. Und so feiert die VG Eichstätt ihr Jubiläum am 14. Mai im Spiegelsaal des Landratsamtes. Der dortige Hausherr, Landrat Dr. Xaver Bittl, meinte gestern zum Thema 25 Jahre Gebietsreform: „Die Einrichtung der Verwaltungsgemeinschaften war damals sehr sinnvoll, weil nur so in unserem Flächenlandkreis eine effiziente und doch kostengünstige Verwaltung sichergestellt werden konnte." Es sei normal, dass immer wieder Unzufriedenheit auftauche, aber bei nüchterner Betrachtung sei eine VG die vernünftigste Lösung. Über die Gestaltung der 30 Landkreiskommunen sagt Landrat Bittl rückblickend: „Im Großen und Ganzen hat's schon zusammengepasst, war es ein vernünftiger Zuschnitt." Die drei Gemeinden der, VG Eichstätt hatten damals übrigens je eine Ortschaft, die sich bis zum letzten Moment gegen die Fusion sperrte: Preith (Pollenfeld), Inching (Walting) und Workerszell (Schernfeld). „Die haben sich heute voll integriert, bilanzieren die drei Bürgermeister. „Der Prozess ist abgeschlossen."


EK vom 29.04.2003 | EK vom 30.04.2003

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