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EK VOM 16.08.2003
 

Jugendhaus wird zur Großbaustelle
Neubau und Sanierung der Bettenhäuser / Diözese investiert sechs Millionen Euro


Pfünz (fki) „Nichts ist so wichtig wie der junge Mensch", sagte der Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, als am Sonntag, 22, September 1957, Bischof Dr. Joseph Schroffer das Jugendhaus Schloss Pfünz einweihte. Was damals im EICHSTÄTTER KURIER noch als ,,wohlgeformtes zweckmäßiges Gebäude" bezeichnet wurde, das Bettenhaus I, gilt nun als nicht mehr zeitgemäß. Daher wird das Gebäude nach beinahe 46 Jahren Dauerbetrieb abgerissen und durch einen mehrere Millionen teuren Neubau ersetzt. Seit etwa fünf Jahren laufen schon die konzeptionellen Planungen für die Baumaßnahme, sagt Diözesanbaumeister Karl Frey. Mehrere Möglichkeiten standen zur Wahl: entweder die Sanierung beider Bettenhäuser, ihr Abriss oder der Abriss nur des Bettenhauses I mit Sanierung des Bettenhauses II Letzteres wurde Schließlich gewählt. „Wir wollten das Bettenhaus I eigentlich erhalten, aber die Bausubstanz war nicht sanierungsfähig, und außerdem sollte es eine wirtschaftliche Lösung werden", so Frey. Die Planung des neuen Gebäudekomplexes wurde an die Münchner Architekten Hohmeier und Richter übergeben. Als Folge der Umbaumaßnahmen wird die Bettenkapazität von bisher 104 auf 116 gesteigert Andreas Prommersberger, Leiter des Jugendhauses, nennt mehrere Ursachen für das Großprojekt „Zum einen gibt es sicherheitstechnische Gründe, etwa beim Brandschutz, zum anderen entsprach das. Haus nicht mehr den heutigen Unterbringungsstandards." So gab es im Bettenhaus I Duschen und Toiletten nur am Ende des Gangs. Im ersten Stock kam es deshalb Tag für Tag zu unliebsamen Begegnungen. Jugendliche - nach dem Duschen in Handtücher eingehüllt - eilten zurück auf ihre Zimmer; während fremde Gäste aus anderen Stockwerken an ihnen vorbei zum Frühstück gingen.„Sehr unangenehm - vor allem für junge Mädchen." Aus Sicht des Umweltschutzes sprach ebenfalls einiges gegen das Gebäude, bei dem die Heizungskosten sehr hoch waren. Zudem seien beide Bettenhauses nicht in erforderlichem Maße behindertenfreundlich gewesen. Da darauf verzichtet wurde, den Abriss des Bettenhauses I und die Sanierung des Bettenhauses II gleichzeitig durchzuführen, kann das Jugendhaus auch während der Baumaßnahme betrieben werden: mit Platz für etwa 70 Gäste. Ein Novum stellt die Hackschnitzelheizanlage dar, die in Zukunft das Jugendhaus heizt. Damit, so Prommersberger, komme man dem Umweltschutz nach und liefere den Waldbauern der Region eine zusätzliche Einnahmequelle. Auch bei der Bauausschreibung wurden gezielt regionale Unternehmen angeschrieben, betont Karl Frey. und Andreas Prommersberger folgert daraus, das Projekt sei „nicht hoch genug einzuschätzen in der derzeit wirtschaftlich schwierigen Lage". Alles in allem - Neubau des Bettenhauses I. Sanierung des Bettenhauses II und Errichtung der Hackschnitzelanlage - wird die Baumaßnahme rund sechs Millionen Euro kosten. Den Zuschlag für diesen Millionenauftrag hat die Ingolstädter Firma Bacher erhalten. Unter den acht Firmen, die sich an dieser in erster Linie auf die Region beschränkten Ausschreibung beteiligten, war diese die wirtschaftlichste, so Karl Frey. Verwunderlich sei aus seiner Sicht, dass angesichts der Wirtschaftslage nur acht von 19 angeschriebenen Firmen um diesen großen Auftrag buhlten. Bereits seit September 2002 laufen die Vorarbeiten für den Abbruch. Arbeiter der Christlichen Arbeiter-Hilfe (CAH) aus Neumarkt und Bechhofen sorgten seitdem für die saubere Trennung der Verschiedenen Baumaterialien. So wurden die Holzfenster ausgebaut, Teppichböden herausgerissen, elektrische Leitungen und Wasserrohre so weit als möglich demontiert. Alles, wie der stellvertretende Diözesanbaumeister Reinhard Breitenhuber ausführt, um die Kosten für die Baumaßnahme möglichst gering zu halten, da die Entsorgung des andernfalls in großen Mengen anfallenden Sondermülls extrem teuer sei. Vergangene Woche hat nun der eigentliche Abbruch des Bettenhauses begonnen. Der Neubau von Bettenhaus I soll bis Februar 2005 fertig sein. Denn im Sommer 2005 findet in Köln der katholische Weltjugendtag statt. In dessen Verlauf muss auch die Diözese Eichstätt laut Diözesanbaumeister Karl Frey einige tausend Unterkünfte zur Verfügung stellen. Damit das Jugendhaus diesem Ansturm standhält, sind ein paar Monate „Einarbeitungsphase" mit dem neuen Bettenhaus I unerlässlich. Die Sanierung des Bettenhauses II kommt erst nach dem Weltjugendtag an die Reihe, so der Diözesanbaumeister.


EK vom 06.08.2003 | EK vom 16.08.2003

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