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EK VOM 27.08.2003 |
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Schmucke Anwesen und viel Grün prägen das Bild Heute vor zehn Jahren besuchte die Bundeskommission des Dorfwettbewerbs das ,,Golddorf“ Rieshofen
Rieshofen (rx) Während sich zurzeit Böhmfeld mitten im Marathon des Wettbewerbs ,,Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft "befindet und sich nach dem Sieg auf Bezirksebene auf den Landeswettbewerb im kommenden Jahr vorbereitet, liegt der große Erfolg des Waltinger Gemeindeteils Rieshofen jetzt genau zehn Jahre zurück. Am 27.August 1993 nämlich besuchte die Bundeskommission unter Leitung von Sonja Gräfin Bernadotte den 150-Seelen-Ort im Altmühltal, nachdem Rieshofen zuvor im Landesentscheid Bayern eine Goldmedaille errungen hatte. Grund genug für den eichstätter KURIER, mit dieser Sonderseite einen Blick zurückzuwerfen und auch zu dokumentieren, was sich in den vergangenen zehn Jahren in Rieshofen weiter getan hat. Internationale Anerkennung
Die großen Erfolge im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" - im deutschlandweiten Entscheid gab es seinerzeit mit der Bronzemedaille den dritten Platz - waren den Rieshofener nicht genug: 1994 beteiligte sich der Waltinger Gemeindeten am Wettbewerb um den „Europäischen Dorferneuerungspreis". Eine international besetzte Kommission stattete Rieshofen einen Besuch ab, und prompt darauf erhielt der kleine Ort an der Altmühl eine lobende Anerkennung. Außerdem haben sich die Erfolge der Rieshofener anscheinend bis in den Fernen Osten herumgesprochen, denn in den Jahren 1994, 1996, 2001 und 2002 machten sogar Gäste aus Japan Halt im Altmühltal, um sich vor Ort von den Aktivitäten der Bürger zu informieren, Diese Besuche stießen bei regionalen und landesweiten Medien auf dementsprechend großes Interesse. Auch im öffentlichen Bereich würde, im vergangenen Jahrzehnt viel investiert: Der Kindergarten St. Erhard wurde grundlegend saniert. Neben einer Innenrenovierung erhielt das Haus sein ursprüngliches äußeres Erscheinungsbild wie zur Zeit der Erbauung im Jahr 1901 wieder. Vor dem Gebäude legten die Dorfbewohner nach historischem Vorbild einen Bauerngarten an und pflanzten einen Hofbaum. Auch die Filialkirche, St. Erhard wurde auf Vordermann gebracht: Nach einer Außenrenovierung - unter anderem erhielten der Turm und das Langhaus eine neue Dacheindeckung - wurde das Gotteshaus 1998, ,und 1999, innen renoviert. Dabei wurde die gesamte Raumschale, einschließlich des Hochaltares und der beiden Seitenaltäre sowie sämtlicher Figuren, des Kreuzweges, des Beichtstuhles und der Orgel restauriert. Der Altarbereich wurde neu gestaltet. Es wurde ein neuer Hauptaltar mit einem Reliquiengrab, das Reliquien des Heiligen Erhard beinhaltet, geschaffen. Um dies alles zu erreichen, wurde von. den Rieshofenern viel ehrenamtliche Arbeit geleistet und das Projekt auch mit hohen privaten Geldspenden unterstützt
Neue Brücke und Feuerwehrhaus - Viel Geld investierte auch die Gemeinde Walting in die Infrastruktur; Nach kurzer Bauzeit wurde 1999 die neue Altmühlbrücke eröffnet. Im Jahr 2003 könnte das neue Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben werden - das jahrzehntelange Provisorium, ein nur garagengroßes Gebäude in der Ortsmitte, hat somit nun ausgedient. Das neue Haus wurde in nur 20 Monaten Bauzeit komplett mit Innenausstattung und Außenanlagen errichtet. Mit Jakob Haunschild hat ein Rieshofener als Architekt und Bauleiter fungiert. Die Bürger leisteten insgesamt über 2500 ehrenamtliche Stunden Eigenleistung. Die Arbeiten bezogen sich auf alle Bereiche des Baus. Da dadurch keine Arbeitskosten entstanden, waren von der Gemeinde Walting für das neue Gebäude „nur" die Materialkosten aufzubringen. Auch im privaten Bereich haben die Rieshofener, weiter viel getan -auch nach Abschluss der offiziellen Dorfferneuerungsmaßnahmen. In Eigeninitiative und ohne staatliche Zuschüsse wurden Häuser landschaftsgerecht umgestaltet, Höfe neu gepflastert und Gärten angelegt. Auch bei Neubauten im Dorfgebiet oder im Neubaugebiet Buchlohe wurde das ,,sanfte Dorfkonzept" in hervorragender Weise umgesetzt. Schmucke Häuser, gepflasterte Hofeinfahrten und bunte Gärten fügen sieh sehr gut in die gepflegte Landschaft des Altmühltals ein.
Feste feiern wie sie fallen Dass die Rieshofener vor zehn Jahren ihre großen Erfolge auch groß gefeiert haben, versteht sich von selbst. Besondere Erlebnisse für die Dorfgemeinschaft waren zweifelsohne die Siegerehrungen in Eichstätt (Kreisebene), Thanning (Bezirksebene), Neustadt an der Aisch (Landesebene) und Berlin (Bundesebene), Zur Verleihung des Europäischen Preises fuhr eine Delegation sogar bis nach Wien. Doch auch danach gab es immer wieder Anlässe für Feste: 1999 feierten die Rieshofener den Abschluss der Flurbereinigungs- und Dorferneuerungsmaßnahmen mit viel Prominenz. Da ließ es sich selbst der Präsident der Direktion für Ländliche Entwicklung in Krumbach (Schwaben), Diplomingenieur Ferdinand Guggenmos, nicht nehmen, persönlich an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Im selben Jahr wurde mit einem großen Pfarrfest das 250. Kirchenjubiläum, der Abschluss der Renovierungsarbeiten sowie die Silbernen Pristerjubiläen der beiden Rieshofener Josef und Isidor Vollnhals gefeiert. Dazu kam sogar Bischof Walter Mixa in das kleine Altmühldorf. Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalgottesdienstes weihte er den neuen Hauptaltar und schloss die Reliquien des Heiligen Erhard in das Reliquiengrab ein. Seither ist die Verehrung es Heiligen neu aufgeblüht. Doch nicht nur im religiösen, sondern auch im weltlichen Bereich Verstehen es die Rieshofen zu feiern. So gab es erst vor wenigen Wochen mit der Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses wieder einen großen Festtag für den ganzen Ort. Allen Grund, stolz zu sein Seit Gründung des Wettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden -,Unser Dorf hat Zukunft" vor 42Jahren haben; sich allein in Bayern insgesamt aber 24000-Orte daran beteiligt. Die Rieshofener können umso mehr stolz auf ihren schmucken Ort sein, wenn man bedenkt, dass es von den 24 000 Dörfern nur 125 in die höchste Ebene, den Bundeswettbewerb, geschafft haben. Aus dem Landkreis Eichstätt sind in all den Jahren nur zwei Orte so weit gekommen: Neben Rieshofen war zuvor. Lenting im Jahr 1975 im Bundeswettbewerb mit dabei. Die besonderen Leistungen der Rieshofener Dorfgemeinschaft würdigt auch Waltings Bürgermeister Hans Mayer. „Für mich", so sagt das Gemeindeoberhaupt erfreut, „waren die Erfolge Rieshofens die schönsten Erlebnisse meiner bisherigen Amtszeit. Mayer erhält immer wieder Anfragen von Privatpersonen, Vereinsgruppen oder Bürgermeisterkollegen, die Informationen über Rieshofen erhalten oder eine Besichtigung des Golddorfes vornehmen wollen. Für Mayer ein Beweis dafür, wie mit den Ereignissen vor zehn Jahren auch seine gesamte Gemeinde aufgewertet wurde. „Besonders erfreulich ist aber auch", so der Bürgermeister weiter, ,,dass die Rieshofener den ganzen Prozess nicht als abgeschlossen ansehen, sondern immer wieder aufs Neue bemüht sind, die besondere Attraktivität und Identität ihres Dorfes zu erhalten und auszubauen."
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EK vom 20.08.2003
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