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EK VOM 04.11.2003 |
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Zwölf Jahre Geschicke der Gemeinde gelenkt Waltinger Altbürgermeister Matthias Schroll an Allerheiligen im Kreise der Familie verstorben
Walting (fshb) In der Nacht auf Allerheiligen verstarb Altbürgermeister Matthias Schroll zu Hause in Walting im Kreise seiner Familie. Bis zuletzt nahm er regen Anteil am gemeindlichen Leben: So war er bei der Nachfeier der Waldhorn-Schützen mit dabei und ließ es sich auch nicht nehmen, den neuen Pfarrer Benini mit zu begrüßen. Matthias Schroll erblickte am Neujahrstag des Jahres 1929 in seinem Elternhaus in Walting das Licht der Welt. Der Vater war Bahnagent. In Walting besuchte er dann auch die Grundschule, um später auf das Gymnasium in Eichstätt zu wechseln. Das Gymnasium musste er jedoch abbrechen, als die einzige Schwester und der Vater in einem Jahr starben und damit die finanzielle Grundlage für den Schulbesuch weggefallen war. Wie sein Vater verdingte er sich als Bahnagent für die Bahnstation Walting. Auf der Altmühltal-Bahnstrecke bis Kinding war er damit Schaffner, Zugbegleiter. Hilfsarbeiter, kurz „Mädchen für alles". Am 8. Mai 1951 endete für ihn das Junggesellendasein und er heiratete die Hauswirtschafterin Luise Luibl aus Pfünz. Drei Söhne gingen aus der Ehe hervor. Schwer traf ihn der Tod seines Sohnes Otto im April dieses Jahres. 1960 wurde der Personenverkehr eingestellt. Die örtliche Raiffeisenbank war gerade im Begriff, ein Warenlager einzurichten und aufzubauen. So entging Schroll der drohenden Versetzung, indem er als Lagerist bei der Bank einstieg. 1972 wechselte er zur neuen Gemeinde Walting und begann als hauptamtlicher Kassier, nachdem er bereits zwölf Jahre ehrenamtlich als Kassier tätig war. Sein politisches Engagement begann jedoch schon weit früher. 1956 wurde er erstmals in den Gemeinderat Walting gewählt; er war mit 27 Jahren der Jüngste im Gemeinderat. 1978 schließlich wurde er zum Bürgermeister der Gemeinde Walting gewählt. Weitere Amtsperioden folgten, bis er aus Altersgründen 1990 ausschied. In diesen zwölf Jahren hat er als Bürgermeister für die Gemeinde und die Ortschaft Walting viel bewegt. Die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Eichstätt fiel in diesen Zeitraum. Die Grund- und Teilhauptschule Walting wurde auf den Weg gebracht und 1989 eingeweiht; die Kindergärten in Rieshofen (1984) und in Pfünz (1989) wurden eingerichtet. Flurbereinigungs- und Dorferneuerungsverfahren wurden eingeleitet, insgesamt wurden 1983 fünf Verfahren angeordnet. Abwasserbeseitigungsanlagen in mehreren Gemeindeteilen wurden in Angriff genommen und neu gebaut. Eine politische Herausforderung war für ihn sicherlich der Kreistag Eichstätt, dem er von 1984 bis 1990 angehörte. Aber ein Teil seines Herzblutes gehörte dem Schützenverein Waldhorn, den er 1953 mit aus der Taufe hob und dem er bis 1976 mit. kurzen Unterbrechungen als Schützenmeister vorstand. Er manövrierte den Verein erfolgreich durch die schwierigen Anfangsjahre und prägte das Vereinsleben entscheidend mit. Auch nachdem er das Ruder an die Jüngeren übergeben hatte, engagierte er sich weiter für die Schützen, half mit, wenn Arbeit anstand - man denke an den Bau des Schützenhauses, und nahm auch alle Termine war. Er verband mit dem Schießsport Werte wie Geselligkeit, Kameradschaft, Brauchtumspflege -sie gehörten für ihn untrennbar zusammen. Für seine Verdienste um den Schützenverein Waldhorn wurde ihm zum 60. Geburtstag am l. Januar 1989 die Ehrenschützenmeisterwürde verliehen. Als Mensch wurde er sehr geschätzt, als Bürgermeister war er überaus beliebt, weil er Bürgernähe praktizierte, in seinen Entscheidungen Weitblick und Mut bewies. Requiem mit anschließender Beerdigung ist am Mittwoch in Walting um 14 Uhr.
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November 2003 | EK vom 08.11.2003
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