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EK VOM 14.11.2003
 

Sparsamer Umgang mit Boden kontra Verinselung
Besiedelung des Osterbergs in Pfünz „unsinnig" oder notwendig? / Geänderte Vorgaben für Bauleitplanung

Pfünz/Eichstätt (kno) Ein klassisches Beispiel für Zersiedelung oder doch bedarfsgerechte Baulandpolitik? Die Gemeinde Walting setzt ihren Weg fort, den Osterberg in Pfünz teilweise als Bauland zu erschließen. Der Flächennutzungsplan liegt in zweiter Auflage vor und wurde vom Landratsamt Eichstätt bereits genehmigt. Allerdings hat die Regierung von Oberbayern noch kein grünes Licht gegeben. Denn das Gebiet muss aus der Schutzgebietsverordnung des Naturparks Altmühltal herausgenommen worden, und dieses Verfahren hat noch einige Hürden in den Gremien des Bezirks Oberbayern zu nehmen. Zudem gibt es die aktuelle Vorgabe aus dem bayerischen Innenministerium, den Flächenverbrauch im Freistaat zu verringern. Im neuen Landesentwicklungsprogramm drängt der Landtag auf „noch größere Anstrengungen" für einen sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Waltings Bürgermeister Hans Mayer (CSU) gibt zu, dass durchaus noch Lücken im Ort sind, zum Beispiel im Pfünzer „Schrannenfeld". Das Baugebiet zwischen Gasthof und Radweg war 1977 erschlossen worden. Die unbebauten Grundstücke seien aber in privater Hand und würden nicht hergegeben - entweder aus Spekulationsgründen, oder weil sie für die Nachkommen vorgehalten würden, wie Mayer einräumt. Die Gemeinde habe keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Die Parzellen dienen heute als Grünfläche oder als Ablageplatz für Holzstöße. Im Papier des Innenministeriums heißt es, dass „die Möglichkeiten der angemessenen Verdichtung bestehender Siedlungsgebiete" genutzt werden sollen.

„Massiver Druck"
Um unnötigen Flächenverbrauch einzuschränken, muss jede Gemeinde den tatsächlichen Bedarf vorweisen, schreibt das Ministerium vor. Der liegt für Mayer auf der Hand. Er habe „massiven Druck" von bauwilligen Bürgern, für den Osterberg gebe es bereits über 25 Bewerbungen. In zwei Abschnitten sollen auf dem fünf Hektar großen Acker rund 50 Häuser entstehen. Sollten nicht alle Grundstücke an Einheimische gehen, könne ein Teil aber durchaus auch an Auswärtige verkauft werden, sagt Mayer. Ob das hinter einer Schwarzfichtenschonung versteckte Areal tatsächlich so attraktiv ist, wird von mancher Seite bezweifelt: Kreisbaumeister Christian Süppel findet es „prinzipiell unsinnig", hier ein Baugebiet auszuweisen. Die neue Siedlung wäre „völlig aus dem Ortsbereich rausgebaut". Im Papier des Innenministeriums heißt es dazu, die Landschaft vor Zersiedelung und Verinselung zu bewahren. Für das Landratsamt ist die Angelegenheit aber erledigt: Wie der Leiter der Bauverwaltung, Gerhard Schreiber, auf Anfrage mitteilte, hätten keine Gründe gegen das Ansinnen der Gemeinde gesprochen, obwohl dies „kein einfaches Baugebiet" sei. Auch von der Landesplanungsbehörde in München, wo alle Flächennutzungspläne landen, sei grünes Licht gekommen. In Pfünz selber stehe kein Bauland mehr zur Verfügung, so Schreiber, die Stiegelwiese am Schloss sei schnell wieder verworfen worden, weil sie im Überschwemmungsgebiet liege: „Also muss man nach oben." Mit dem Auto kann das Gebiet künftig nur über eine noch auszubauende Straße erreicht werden, die hinter Pfünz (Richtung Hofstetten) links auf den Osterberg führt. Die kürzeste Anbindung in den Ort soll vorne herum über einen Fußweg erfolgen, wie Bürgermeister Hans Mayer sagt.

Nicht übers Ziel hinausschießen
Für das Gemeindeoberhaupt sind die Vorgaben aus dem Innenministerium in diesem Fall nicht relevant: Jetzt werde ins Bebauungsplanverfahren gegangen. Allerdings wolle die Gemeinde beim Flächenverbrauch „nicht übers Ziel hinausschießen". Wann auf dem Osterberg der erste Häuslebauer anfangen kann? Da habe er, Mayer, schon mehrfach „zu optimistische Angaben" gemacht: „Drum sag ich lieber nichts."






EK vom 13.11.2003 | EK vom 18.11.2003

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