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EK VOM 24.12.2003
 

Musizieren diente auch einem guten Zweck

Gungolding (mf) „Advents- und Weihnachtsfeiern, Christbaumversteigerung, Adventssingen, Christkindlmarkt -jeden Tag woandershin", so beschrieb Alois Mayer recht treffend die vielfach besungene „stade Zeit" des Advents und fügte an: „Und am Sonntagabend muasst zum vorweihnachtlichen Singen und Musizieren der Gungoldinger Jagdhornbläser, weil sonst der Mayer-Alis oder der Rößler-Hans beleidigt sei kanntn!" und hoffte natürlich, dass dem nicht so sei. Ein voll besetzter Saal im Gasthof „Schreinerwirt" in Gungolding war eigentlich der beste Beweis dafür, dass „man da wirklich gern hingeht!". So wurde es auch immer wieder von den Besuchern bestätigt. Alois Mayer, Leiter der Gungoldinger Jagdhornbläser, begrüßte besonders die geistlichen Herren: Pfarrer Josef Bierschneider, Gungolding, Kaplan Francesco Benini, Walting, und Jägerpfarrer Paul Schmidt aus Dollnstein; dazu Bürgermeister Hans Mayer, Walting, Jägervereinsvorsitzenden Rainer Kastl und alle Mitwirkenden des Abends. Neugierig konnte man schon werden, wenn man das Programm noch vor Beginn der Feier studierte. Und dann entfaltete sich wirklich ein bunter Strauß von Darbietungen vielerlei Stilrichtungen. Seltsamerweise fügte sich alles wunderbar zu einem harmonischen Ganzen zusammen, wahrscheinlich weil Musik einfach die Menschen verbindet und immer die richtige Sprache spricht. Die Jagdhornbläser eröffneten den Abend mit dem Signal „Begrüßung" und mit dem Waldchoral, gefolgt vom professionell wirkenden Beilngrieser Dreigesang mit teils winterlich, teils weihnachtlich geprägten Liedern. Die „Birktaler Holz-wurmmusi" in der Besetzung Zither, Hackbrett, Akkordeon und Gitarre bot Volksmusik vom Feinsten. Das Altmühlblechtett, eine Gruppe junger engagierter Bläser, forderte zu genauem Hinhören heraus und erfreute wieder einmal durch teils fast eigenwillige, aber immer interessante Sätze, wobei das zuletzt gespielte „Largo" aus der Oper „Xerxes" von Georg Friedrich Händel bei den Besuchern wohl besonders in Erinnerung blieb. Interessant und ein wenig überraschend war es auch, wie gut die Instrumente der Geschwister Mayer aus Rapperszell zusammenklangen. Sie spielten in der Besetzung Trompete, Querflöte und Geige. Alois Mayer jun. hatte dafür den „Marsch der Priester" und „Das klingt so herrlich", beides aus Mozarts Zauberflöte, entsprechend arrangiert. Traditionelle bayerische Adventslieder sangen die „Gungoldinger Frauen" unter der Leitung und der musikalischen Begleitung von Gertrud Sendtner, die sich in dieser Formation erstmals öffentlich präsentierten. Mit den schlichten Liedern „Maria hör den Engel an" und „Nun es nahen sich die Stunden" hatten sie eine gute Wahl getroffen. Von besinnlich („Das Mädchen mit den Schwefelhölzern -heute") über spannend („Das gestohlene Jesulein") bis lustig („Das Lametta") reichten die Geschichten, die Julius Beck ausgesucht hatte und entsprechend vortrug. Pfarrer Josef Bierschneider nahm das bekannte Sieger-Köder-Bild „Und das Wort ist Fleisch geworden" als Thema für seine abschließende Meditation, bevor die Jagdhornbläser mit dem „Hubertusgruß" den musikalischen Schlusspunkt setzten. Das vorweihnachtliche Singen und Musizieren der Jagdhornbläser in Gungolding gilt traditionell der Förderung der Arbeit des Bolivienmissionars Adolf Bittschi, der aus Eichstätt stammt und in Incahuasi in den bolivianischen Anden eine große Pfarrei betreut. Pfarrer Paul Schmidt erzählte, dass „Padre Adolfo" wenige Tage zuvor bei ihm angerufen hatte und beste Grüße an alle Besucher des adventlichen Singens und Musizierens übermitteln wollte. Besonders die Schulspeisung einer großen Anzahl von Schülern, die einen weiten Weg zurücklegen müssten, läge dem Missionar sehr am Herzen, berichtete er. Der Jägerpfarrer fungiert immer als eine Art „Mittelsmann" und durfte deswegen auch die Spenden der Anwesenden für Pfarrer Bittschi in Empfang nehmen: Die stolze Summe von 3450 Euro war zusammengekommen, als die Bläser mit ihren Hüten durch die Reihen gingen.


EK vom 19.12.2003 | EK vom 30.12.2003

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