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EK VOM 05.05.2004 |
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Für „Mitarbeiter Gottes" gab es tröstende Worte Bischof Mixa besuchte Bauernhof in Rapperszell
Rapperszell (kno) Ein wenig was von einem Staatsbesuch hatte sie durchaus, die Visite von Eichstätts Bischof Dr. Walter Mixa gestern auf einem Bauernhof in Rapperszell. Die Blumen blühten an allen Ecken und Enden, die Fassaden waren herausgeputzt - keine Frage, das schmucke Dorf hatte sich besonders fein gemacht. Schauplatz war der Hof der Familie Streller, einer von noch zwei Landwirtschaften in Vollerwerb in dem 230-Seelen-Ort. 1950 waren es bei 150 Einwohnern 16 gewesen. Um die Probleme der Landwirtschaft ging es dann auch bei dem Besuch, den die Katholische Landvolkbewegung (KLB) in die Wege geleitet hatte. Das halbe Dorf war auf den Beinen, als die Bischofskarosse vorfuhr, dazu waren Repräsentanten so ziemlich aller bäuerlichen Interessensvertretungen gekommen. Los ging es mit einer Führung über den Hof, der auf Milchwirtschaft spezialisiert ist und von Josef Streller bewirtschaftet wird. Seine 25-jährige Frau Christa kümmert sich zudem um den zweijährigen Sohn Moritz. Der 30-jährige Agrarbetriebswirt zeigte Bischof Mixa seine 33 Kühe, die jährlich rund 217 000 Liter Milch abgeben. Gerade mal zwei Cent brutto blieben am Liter hängen. Die KLB hatte dazu ein Zahlenwerk vorgestellt, wonach die Arbeitsbelastung hier bei knapp 3000 Stunden im Jahr liege. Ein „normaler" Arbeiter käme auf 1760 Stunden. Das schlägt sich auch auf die Zahl der Milchkuhhalter im Landkreis nieder: 1973 waren es noch 3402, 2002 lediglich 731. Bischof Mixa machte im anschließenden Gespräch deutlich, dass er kein „Nobody" sei, was bäuerliches Leben beträfe: Schließlich hatte er Anfang der 70er Jahre eine Landpfarrei bei Schrobenhausen übernommen. Den Landwirten attestierte er in der Fragestunde unter der Moderation des KLB-Bundesvorsitzenden Hermann Kroll-Schlüter ein dramatisches „Leistungs-Preis-Gefälle". Gleichzeitig hatte der Geistliche auch Tröstliches parat: Der Landwirt sei ein „Mitarbeiter Gottes", sagte Mixa.
„Höchste Alarmstufe"
In der Diskussion kam die Frage nach einer ständigen diözesanen Familienberatung für Bauern auf. In vielen Familien herrsche Wegen der Belastungen „höchste Alarmstufe". Mixa versprach zwar, in dieser Angelegenheit das Gespräch mit dem Landkreis zu suchen, machte aber nicht allzu viel Hoffnung. „Wenn mich der Schuh drückt, gehe ich zu meinem Pfarrer", nahm der Bischof die Seelsorger vor Ort in die Pflicht. „Die Pfarrer sollen arbeiten, dann brauche ich keine Extrareferenten", machte Mixa halb scherzhaft auf die missliche Finanzlage der Kirche aufmerksam. Daran schloss sich die Frage nach der Zukunft der Verbände wie der KLB an. Es wurde die Sorge geäußert, die Diözese lasse die Verbände finanziell „von heute auf morgen fallen". Mixa sagte dazu, dass ein jüngst gefallener Satz, nachdem sich die Verbände bis 1933 selber getragen hätten, missverständlich aufgefasst worden sei. Die Verbands- als Seelsorgearbeit stehe für ihn außer Zweifel. Die Diözese werde deshalb auch weiterhin versuchen, die Verbände mitzutragen. Eine letzte Frage befasste sich mit dem Wunsch, die Katholische Universität mehr ins landwirtschaftliche Geschehen miteinzubeziehen. Mixa sicherte zu, diese Idee ins Zentralinstitut für Ehe und Familie zu tragen. Hermann Kroll-Schlüter, der selber einen Bauernhof in Nordrhein-Westfalen betreibt, forderte mehr Selbstständigkeit von den Landwirten ein: „Wir müssen unabhängiger werden.“
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EK vom 04.05.2004 | EK vom 06.05.2004
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