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EK VOM 31.08.2004
 

Der „Sausenheimer Höllenpfad" führte Kriegsbub wieder zurück nach Pfünz
Seit über 30 Jahren kommt der Pfälzer Walter Weil regelmäßig nach Almosmühle

Pfünz (kno) „Was so eine Flasche Wein alles ausrichten kann..." - Tatsächlich ist die Geschichte etwas kurios, die Anna Leitner mit diesem Satz auf den Punkt bringt. Das Ganze begann im Mai 1945 zum Ende des Krieges, und die Verbindung, die damals geschlossen wurde, dauert bis heute an. Im Mittelpunkt stehen die Eheleute Ludwig und Anna Leitner aus Almosmühle bei Pfünz und Walter und Lieselotte Weil aus Mertesheim in der Pfalz. Ein halbes Jahr vor Kriegsende war der damals 15-jährige Walter Weil aus Sausenheim noch eingezogen worden. In den Kriegswirren verschlug es ihn auf dem Rückzug in mehrere Orte - im Mai 1945, als der Krieg aus war, mit einigen Weggefährten auch nach Pfünz. Hier landete er in Almosmühle, wo ihn die Familie Leitner auf ihrem Bauernhof aufnahm. Mehrere Wochen verbrachte Walter Weil hier und machte sich auf dem Hof nützlich, bevor es schließlich zu Fuß Richtung Heimat ging. Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn: Über mehrere Jahre - bis etwa 1952 - hielt der Briefkontakt mit dem Kriegsbub aus der Pfalz. Dann allerdings war Funkstille, erzählt Ludwig Leitner, das älteste von fünf Kindern auf dem Leitner-Hof und im gleichen Alter wie Walter Weil.

Weihnachtsgrüße
Ausgerechnet eine Flasche „Sausenheimer Höllenpfad" sollte die beiden wieder zusammenführen. Am 20. Dezember 1972 schickte Ludwig Leitner an die Eltern von Walter Weil Weihnachtsgrüße. Der Grund: Zuvor hatte er eine Flasche von dem „Höllenpfad" geschenkt bekommen, und die erinnerte ihn prompt an den Walter aus Sausenheim. Seitdem verbindet die Pfünzer und die Pfälzer eine innige Freundschaft. Mehr als 30 Mal ist Walter Weil, der im Oktober 75 wird, mit seiner Frau Lieselotte zu Gast in Almosmühle gewesen. Das letzte Mal jetzt im August, um hier die goldene Hochzeit zu feiern. Zu einem Gegenbesuch von Ludwig Leitner und seiner Frau Anna hat es allerdings noch nie gereicht: Der Hof habe sie immer zu sehr auf Trab gehalten, erzählen sie. Dafür fühlen sich die Weils besonders wohl im Altmühltal: „Hier hat man viele Möglichkeiten", sagt Walter Weil. Auch nach über 30 Jahren habe er immer noch nicht alles entdeckt. Weil schwärmt von den guten Lokalen in der Gegend und auch von den Kirchen, die er gerne besucht und fotografiert. Anna Leitner bringt es wieder mal auf den Punkt: „Bei uns sans wie dahoam."


EK vom 30.08.2004

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