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EK VOM 13.09.2004
 

Für Sternengucker wird es „ von Ingolstadt her langsam böse „
Siebtes Astronomentreffen auf dem Pfünzer Osterberg / Mit der Mondlandung wuchs die Faszination des Sternenhimmels

Pfünz
(kno) Bei einem flüchtigen Blick könnte es sich um ein ganz normales Zeltlager handeln - wenn da nicht überall diese großen Rohre herumstehen würden. Die kommen allerdings erst nachts zum Einsatz, wenn die Sterne so richtig schön strahlen (sollen). Auf dem Pfünzer Osterberg fand am Wochenende das mittlerweile siebte Astronomentreffen statt. Rund 150 Sternengucker aus ganz Deutschland, Ungarn und Luxemburg richteten zwei Nächte lang den Blick strikt nach oben. Organisator war auch heuer wieder Uli Zehndbauer von der Sternwarte Ingolstadt, der das Treffen 1997 ins Leben gerufen hatte. Mittlerweile haben sich die Pfünzer Astronomentage nach Aussage des 29-Jährigen zur bundesweit zweitgrößten Veranstaltung dieser Art gemausert. Die Gründe: „Der Platz ist schön, und die Bedingungen sind gut", sagt Zehndbauer. Allerdings droht Ungemach aus südlicher Richtung: „Von Ingolstadt her wird's langsam böse", meint Ronald Domke (48) aus Frankfurt/Oder, der schon zum dritten Mal hier ist. Gemeint ist das viele Kunstlicht, das den Spaß am Sternengucken etwas trübt. Grundsätzlich reagieren die Amateurastronomen ziemlich empfindlich auf alles, was irgendwie hell leuchten könnte. Lichtquellen aller Art sind nachts strikt verboten, denn die sensiblen Augen würden dadurch erheblich gestört. Die mussten sich an diesem Wochenende eh schon auf allerlei Unerwünschtes einstellen: auf Wolken, Dunst oder Regen. Nur selten sei der klare Blick auf den Himmel mit den teils sündhaft teuren Teleskopen gelungen, meinten manche. Eine gute Ausstattung, so Zehndbauer, koste bis zu 7000 Euro. Der ambitionierte Einstieg sei aber schon mit 400 Euro zu machen. Dafür gibt es dann faszinierende Einsichten in Himmelsstraßen und unendlich weit entfernte Galaxien. Um zu wissen, wo was ist, nehmen die Astronomen eine Art Straßenatlas für den Sternenhimmel zur Hand: Hier sind etwa eine Million Objekte katalogisiert - alle mit Nummern. Der neueste Clou sind dafür die computergesteuerten Teleskope: Richtig eingestellt, fahren sie nach Zahleneingabe automatisch zum gewünschten Himmelskörper.

Herrliche Dinger
Ronald Domke setzt auf das herkömmliche Gerät mit einem Spiegel-Durchmesser von 31,5 Zentimetern. Der reicht für einige Milliarden Lichtjahre Entfernung. Seit der Mondlandung sei er mit dem Sternenfieber infiziert, so Domke. Das erste Teleskop gab es aber erst nach der Wende: „Vorher kam man ja nicht an die herrlichen Dinger ran." Ziemlich herrlich ist auch das, was Gerhard Stropek aus Aalen angeschleppt hat: Sein „Halbmeter"(-Spiegel) zählt zu den größten Teleskopen am Platz. Damit gibt es den Andromedanebel auch in allerfeinster Qualität.


EK vom 02.09.2004 | EK vom 18.09.2004

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