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EK VOM 23.09.2004 |
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Keine drei Wochen von Rom entfernt
Wie sollte die ideale Wohnumgebung sein? Ruhig, beschaulich und vor allem ziemlich hoch gelegen - zwecks der Rundumsicht und dem daraus zwangsweise resultierenden Weitblick. Wie hier oben auf meiner Burg halt. Das mit der Höhe haben ja die schlauen Bürgermeister rundherum schon lang erkannt - das Seidlkreuz mir gegenüber Äug' in Äug' wird immer größer, und auch der Pfaffenbügel auf dem Dollnsteiner Hochplateau oder das Lechfeld irgendwo hinter Titting führen ihr ganz eigenes mikrokosmisches Leben. Der nächste Höhenflug wird aus der Gemeinde Walting vermeldet: Oben droben auf dem Pfünzer Osterberg soll ein Fleckchen Erde entstehen, nach dem die Hiesigen angeblich ganz verrückt sind - oder vielmehr waren. Jahrelang hat der Bürgermeister für die Verwirklichung seines Traums (Baugebiet) gekämpft, und jetzt, wo die Bagger anrollen könnten, mögen die Pfünzer plötzlich nicht mehr auffi auf den Berg. Leider sei die Zahl der Interessenten aus dem Gemeindebereich für das Juwel Neu-Pfünz nicht besonders hoch, ist da im Internet zu lesen (www.osterberg-pfuenz.de). Was also her muss, ist eine Marketing-Offensive vom aller -feinsten, um Auswärtige von den Vorzügen des Lebens auf dem Osterberg zu überzeugen. „Völlig abgeschieden" liege das Baugebiet, so die cleveren Strategen, „rings umher gibt es keine Durchgangsstraße, keine Bahnlinie, keine Industrie- oder Gewerbebetriebe." Nur ein gallisches Dorf, fiel mir spontan dazu ein, denn irgendwo habe ich ähnliches doch schon mal gelesen. Korrekt - bei „Asterix und die Trabantenstadt", und hier wird offensichtlich, dass das römische Blut immer noch in den Adern der Vetonianer . (Pfünzer) fließt. Wenigstens, was die Werbebotschaften angeht. Denn was heute im World Wide Web verbreitet wird, gab es schon 50 v. Chr. in Stein gemeißelt zu lesen: „Eine Stadt im Grünen inmitten eines herrlichen, weiten Naturparks mit reiner, himmlisch duftender Luft", priesen die Römer ihr Neubaugebiet an, „und das keine drei Wochen von der Stadtmitte Roms entfernt." Mit solch präzisen Angaben halten sich die Pfünzer eingedenk ihres Pfundes, mit dem sie schon beim Volksfestzug gewuchert haben („Nobelskigebiet"), freilich nicht auf: „Nach München ist es ungefähr genauso weit wie nach Nürnberg. Der Weg nach Regensburg ist etwa so lang wie nach Nürnberg." Punkt. So - und wer soll jetzt hinauf auf den Osterberg? Bei den Römern mussten die Neu-Trabantenstädter etwas zu ihrem Glück gezwungen werden („Und was ist, wenn ich nicht will? - Dann lassen wir die Löwen los!"), bei den künftigen Osterberglern muss es ja nicht ganz so weit kommen. Im Asterix-Heftl zogen am Ende Legionäre in die Trabantenstadt - von denen gibt es in Pfünz beileibe genug. Und obwohl der Hofstetter Forst gleich angrenzend eines der wildschweinreichsten Gebiete im Gau ist, drohen keine wilden Gallier, die die Häuser gleich wieder in Schutt und Asche legen. Höchstens dann, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben. Pfüat Gott, Ihr Schlossleutnant Lorenz Krach
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EK vom 18.09.2004 | EK vom 23.09.2004
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