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EK VOM 21.01.2006 |
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Ehrentag für begeisterte Sängerin Die „Mojer-Mare" aus Gungolding feiert heute ihren 95. Geburtstag
Gungolding (mf) „95 wird man nicht alle Tage, das wird schon gefeiert", so lautete der Spruch von Maria Hofmann, als sie in den letzten Wochen ihre vielen Freunde per Telefon zu ihrer Geburtstagsfeier am heutigen Freitag ins Gasthaus Plenagl einlud. Seit ihrem 80. Geburtstag feiert sie jedes Jahr „beim Wirt" in Gungolding. Fast alle ihrer früheren Freunde hat sie überlebt; die Freundschaft jedoch hat sich dann oft auf deren Kinder und Enkel übertragen, und so ist es immer eine große Familienfeier, wenn am 20. Januar die „Mojer-Mare" ihren Geburtstag begeht. Dabei hat sie nie eine eigene Familie gegründet. Die Zeit und deren besondere Erfordernisse und Umstände brachten es mit sich, dass ihr dies versagt blieb. Bereits zu Kriegsbeginn 1939 musste sie den elterlichen Mojer-Hof in Gungolding übernehmen, weil ihre drei Brüder eingezogen waren. Sie hatte in Triesdorf Wirtschafterin gelernt und anschließend auf dem „Wilhelmstaler Hof in der Nähe von Hanau gearbeitet. Nach dem Krieg zeigte sich, dass sie den Hof weiterführen musste, weil ein Bruder gefallen, einer vermisst und der dritte von seinen schweren Verwundungen gezeichnet war. 1963 konnte sie dann den Mojerhof an ihren Neffen Martin übergeben und bezog ihr kurz zuvor erbautes Haus in der St.-Marienstraße.
Einzige Gemeinderätin Maria Hofmann war immer aktiv am Dorf- und Gesellschaftsleben beteiligt. So fungierte sie 25 Jahre lang als Ortsbäuerin, war die erste und einzige Gemeinderätin der damals noch selbstständigen Gemeinde Gungolding, arbeitete im Aufsichtsrat der Raiffeisenkasse Gungolding, später Walting, mit und hat 15 Jahre lang den Obst- und Gartenbauverein Gungolding als Vorsitzende geführt. Maria Hofmann war und ist eine „Institution" in Gungolding und weit über den Ort hinaus bekannt. Sie hat sich immer für die Geschehnisse in der großen und kleinen Welt interessiert und ist heute noch ein lebendes Geschichtsbuch. So freut sie sich, dass sie jeden Tag im EICHSTÄTTER KURIER so lange lesen kann, wie sie will. In ihrer Jugendzeit sei ihr das immer verwehrt worden, weil damit die Zeit nutzlos verbracht werde und die Zeitung nur dafür da sei, damit man wisse, wer gestorben sei. Am 26. und 27. August wird Maria Hofmann Schirmherrin der Feierlichkeiten zu „llll Jahre Gungolding" sein und bis dahin noch vieles über Dorf und Leute von Gungolding gefragt werden, was sie als Einzige noch weiß. Eine große Leidenschaft der Jubilarin ist das Singen. Sie kann unzählige alte Lieder auswendig und davon immer alle Strophen. Wenn sie in Gesellschaft ist, wird das alte Liedgut gepflegt und Maria Hofmann singt vor. Sie geht noch gerne am Nachmittag ins Wirtshaus. Mittlerweise pflegt sie auch eine tiefe Freundschaft mit den Caritas-Schwestern, die jeden Tag zu ihr kommen und es ihr ermöglichen, dass sie nach wie vor in ihrem Haus und in ihrem geliebten Gungolding leben kann. Fast jeden Tag wird sie zudem von ihren Urgroßnichten besucht, und auch sonst kümmern sich viele um sie, vor allem auch darum, dass immer genug Feuerholz im Haus ist und die Tante nicht frieren muss.
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EK vom 21.01.2006 | EK vom 24.01.2006
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