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EK VOM 22.02.2006
 

Lichtplanung aus dem Altmühltal für Weltkulturerbe Kölner Dom
Ingenieurbüro Walter Bamberger aus Pfünz gewann Wettbewerb

Pfünz/Köln (hr) Nach der Frauenkirche nun der Köhler Dom: Das Ingenieurbüro Walter Bamberger aus Pfünz hat jetzt den Wettbewerb für die gesamte Innenbeleuchtung des Köhler Domes gewonnen und den Auftrag erhalten, die Planung für dieses Projekt zu übernehmen. Vergangene Woche fiel die Entscheidung. Das Büro aus Pfünz setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch und kann nun an die Mammutaufgabe gehen, den in Deutschland nach der Frauenkirche wohl symbolträchtigsten Kirchenbau im Inneren zu beleuchten - inclusive der zahlreichen Kunstwerke. Für Bamberger ein weiterer Prestigegewinn. „Ich glaube, in Deutschland kann man keinen namhafteren Kirchenbau mehr als Auftrag bekommen", sagte der 59-Jährige gegenüber unserer Zeitung. Und tatsächlich ist der Körner Dom, ein Zeitdokument der Gotik, im wesentlichen des 13. und 16. Jahrhunderts und des heftig umkämpften Weiterbaus im 19. Jahrhundert, eines der symbolträchtigsten sakralen Gebäude in Deutschland. An ihm entzündeten sich gerade im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem in den Freiheitskriegen gegen Napoleon entstandenen Nationalbewusstsein Glaubensund Nationalitätenauseinandersetzungen, und zuletzt rückte das 1996 in das Welterbe der UNESCO aufgenommene Bauwerk mit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in den Mittelpunkt der Welt. Dieses Bauwerk nun im Inneren ins rechte Licht zu setzen, ist für Walter Bamberger eine Herausforderung sondergleichen. Er sah und sieht seinen Auftrag darin, mit Licht beziehungsweise Lichtinterpretation des Raumes im 21. Jahrhundert einen historischen Kontext herzustellen und zugleich eine Transformation von Gotik und Neugotik in das Heute und für die heutige Nutzung zu schaffen. Dies, so Bamberger, sei nur mit einer klaren Grundhaltung erreichbar, mit „Respekt vor der historischen Hülle in einer für das damals Geschaffene sensiblen und achtungsvollen Haltung". Der Körner Dom ist zwar einer der herausragenden Aufträge für Bamberger, der seit 1971 sein Büro - zwischenzeitlich mit Sohn Michael an der Seite - betreibt und derzeit 15 Mitarbeiter beschäftigt, doch nicht der bedeutendste. „Das war für mich die Beleuchtung der Dresdner Frauenkirche", sagt Bamberger. Der geborene Eichstätter hat sich zwischenzeitlich zu einem Dom-Beleuchtungsfachmann gemausert. Denn derzeit arbeitet er an Konzepten für vier weitere Domkirchen in Deutschland: für den Regensburger Dom, für den Freisinger und den Fritzlaer Dom sowie für den Dom in Erfurt. Zwischen 800000 und einer Million Euro Volumen hat der Auftrag, den Bamberger mit der Beleuchtung des Kölner Doms an Land gezogen hat. Momentan feilt er zudem an der Lichtarchitektur für das Ozeaneum in Stralsund, einem gigantischen Meerwasseraquarium, das ein Auftragsvolumen von etwa zwei Millionen Euro hat und ebenfalls eine Herausforderung für den Lichtfachmann darstellt. Mit dem Projekt Kölner Dom, einem der großartigsten Kirchenbauten der Christenheit und nach der Übertragung der Gebeine der Heiligen Drei Könige im Jahr 1146 durch den Kölner Erzbischof Rainold von Dassel an den Rhein eine der bedeutendsten Wallfahrtsstätten Europas, kommt auf Walter Bamberger und seine Mitarbeiter noch „Knochenarbeit" zu. Zwar hat er den Auftrag in der Tasche, doch noch viel Feinschliff und Korrekturarbeit sowie Ideen und Vorschläge werden notwendig, um die vom Kölner Domkapitel unter Vorsitz von Joachim Kardinal Meisner erhobenen Ansprüche zu erfüllen. Denn sein Konzept überzeugte zwar sowohl die aus mehr als 20 Experten zusammengesetzte Jury (Dombaumeister aus ganz Deutschland, Denkmalpfleger, Kunsthistoriker) als auch das Domkapitel und war dasjenige, das „am ehesten auf den ganzen Dom weiterentwickelt werden kann". Doch das Kapitel hat für sein Gotteshaus noch Ergänzungswünsche - beispielsweise was die Beleuchtung des Altarraumes betrifft. Im nächsten Jahr dann soll der Kölner Dom, ein Meisterwerk gotischer Architektur und mit einer Bauzeit von mehr als 600 Jahren (1248 bis 1880) ein Werk der Jahrhunderte, mit Lichtarchitektur aus dem Altmühltal dann wieder in ein neues Licht gerückt werden.


EK vom 18.02.2006 | EK vom 23.02.2006

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