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EK VOM 29.03.2006
 

Durch flapsige Bemerkung zur 1111-Jahr-Feier
Großes Festwochenende in Gungolding am 26. und 27. August / 95-jährige „Mojer-Mare" als Schirmherrin

Gungolding (mf) Gungolding feiert! Mit dieser Überschrift sind die ersten Faltblätter für das „schräge Dorfjubiläum" 1111 Jahre Gungolding herausgekommen. Dass die Gungoldinger zu feiern verstehen und dies auch gerne tun, das haben sie in den vergangenen Jahrzehnten oft bewiesen. Deshalb darf man zuversichtlich sein, dass auch diese Festlichkeit angemessen über die Bühne gehen wird. Der Ort Gungolding wurde im Jahr 895 erstmals urkundlich erwähnt. Jeder fragt natürlich nun, warum nicht im Jahr 1995 das 1100-jährige Jubiläum begangen worden ist. Zu dieser Zeit galt aber eine „neue geschichtliche Erkenntnis", die die erste Nennung des Ortes auf das Jahr 852 zurück datiert hatte. Nach eingehender Nachforschung konnte diese Jahreszahl jedoch nicht gehalten werden, und Fachleute waren sich dann plötzlich einig, dass damit nicht der Ort im mittleren Altmühltal gemeint sein könne. Was nach der Enttäuschung darüber, da bereits die Vorbereitung der 1150-Jahr-Feier für 2002 angelaufen war, mehr flapsig gemeint war, griffen die Gungoldinger nun im vorigen Jahr auf und begannen tatsächlich mit den Planungen für eine „llll-Jahr-Feier". Nun soll also am 26. und 27. August 2006 ein großes Festwochenende in den Straßen um die Dorfmitte herum stattfinden, wofür die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen. Dem Festausschuss, den der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Walting, Josef Herzner, leitet, gehören alle Vereinsvorstände, die Gungoldinger Gemeinderäte, verschiedene Handwerker und andere interessierte und engagierte Leute an. Mit Ständen können sich am Fest alle Gungoldinger Vereine, Geschäftsleute, Handwerker und Hobby-Künstler beteiligen. Angeboten werden Essen und Getränke, die zu einem „kulinarischen Dorfspaziergang" einladen sollen. Alte Handwerkskunst wird ebenso vorgestellt wie die Geschichte des Dorfes und einiger spezieller Bereiche daraus. Für die entsprechende Unterhaltung der Gäste ist ebenfalls gesorgt. Die Mitglieder des Festausschusses sind sich einig, dass sich niemand durch das Fest bereichern will und regen deswegen an, einen eventuellen finanziellen Überschuss für die Renovierung der Gungoldinger Kirche oder für die neue Orgel zu spenden. Im Vorfeld dieses Festes soll zudem eine ausführliche Dorf-Chronik erstellt werden, wofür ebenfalls bereits eine ganze Reihe von Vorbereitungen laufen. Neben der Dorf-, Kirchen- und Schulgeschichte haben die Vereine die Gelegenheit, ihren Werdegang darzulegen. Ebenso sollen die einzelnen Häuser und Gehöfte vorgestellt werden. Dazu ist natürlich die Mitarbeit der gesamten Dorfbewohner gefragt. Viele haben die Geschichte ihres Hauses und passende Bilder dazu bereits bei Josef Herzner abgegeben. Bei der jüngsten Festausschuss-Sitzung wurde nun beschlossen, alle Häuser, nicht nur die, die früher den Ortskern gebildet haben, mit Bild und kurzer Beschreibung vorzustellen. Dazu wurden entsprechende Fragebögen ausgegeben, die bis zum 3. April zurückkommen sollen. Anita Bittl hat das Lay-out und die Gesamtgestaltung des Buches übernommen. Die Arbeitsgruppe „Chronik" trifft sich das nächste Mal am 6. April. Ein wichtiger Termin ist zudem Samstag, l. April. An diesem Tag findet die zweite Dorfversammlung anlässlich der 1111-Jahr-Feier statt und zwar um 19.30 Uhr im Gasthaus Wittmann. Dabei wird Josef Herzner über den aktuellen Stand der Festvorbereitungen berichten und die weiteren Planungen erläutern. Besonders soll dieser Abend der Bekleidung der Mitwirkenden gewidmet sein. Verschiedene Vorschläge und Möglichkeiten werden vorgestellt und zum Selbstschneidern gezeigt. Für die Festtage wird noch ein „richtiger Nachtwächter" gesucht, der nächtens die Stunden ansagt und dazu möglichst während des geschäftigen Treibens tagsüber auch noch auf die Attraktionen und deren zeitliche Abfolge lautstark verweist. Besonders freuen sich die Gungoldinger, dass sie ihre älteste Mitbürgerin, die 95-jährige Mojer-Mare, als Schirmherrin gewinnen konnten. Sie soll das Fest eröffnen und am Sonntag nach dem Festgottesdienst ein paar Grußworte sprechen und natürlich, soweit es ihre Kraft zulässt, als Repräsentantin des Festes fungieren.


EK vom 29.03.2006

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