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EK VOM 29.03.2006
 

Zurückhaltung bei Ausweisung von Bauland Rita Böhm fordert Investitionen im Straßenbau

Walting (shb) Die Bürgermeisterin des Marktes Kinding und stellvertretende Landrätin des Kreises Eichstätt Rita Böhm war zu Gast beim CSU-Ortsverband Walting. Vorsitzender Roland Schermer freute sich, sie und Bürgermeister Hans Mayer zur Hauptversammlung begrüßen zu können. In seinem Rückblick bildeten die Ereignisse auf bundespolitischer Ebene - Rücktritt der Regierung und Neuwahlen - und die sich daraus für die Ortsverbände ergebenden Aufgaben einen Schwerpunkt. Positiv sei die Mitgliederentwicklung: 2005 verstärkten vier Neumitglieder den Ortsverband. Sehr gut besucht seien die gesellschaftlichen Veranstaltungen gewesen, die Raditour mit Horst Seehofer nach Pfalzpaint, der Bayerische Abend in Gungolding oder der Ausflug nach Wernigerode. Schermers Appell an die Mitglieder: Die Werte, für die die CSU und der Ortsverband stehen, in der Bevölkerung und in der Öffentlichkeit immer wieder bewusst zu machen und weiterzugeben. Als amtierender Bürgermeister ging Hans Mayer in seinem Referat auf die Themen an der kommunalpolitischen Front ein. Walting sei fit für die Zukunft, lautete sein Resümee. Die Schwerpunkte in den kommenden Jahren sehe er im Erhalt des Bestehenden, Renovieren und Sanieren seien die Schlagworte der nahen Zukunft. Mit Baulandausweisungen will sich die Gemeinde aus bekannten Gründen zurückhalten: Aussterbende Ortskerne und die Befürchtung, dass die nachwachsende Generation aufgrund fehlender beruflicher Sicherheiten Zurückhaltung übe. Aber der wichtigste Gradmesser für den Erfolg sei die allgemeine Stimmung in der Gemeinde, und die werde auch maßgeblich durch die vielen aktiven Gruppierungen und Vereine mitbestimmt. Die Gastrednerin des Abends, stellvertretende Landrätin Rita Böhm, referierte über aktuelle politische Themenstellungen auf Kreisebene. Zunächst präsentierte sie ein paar statistische Zahlen: Etwa 450 Mitarbeiter sind direkt beim Kreis beschäftigt; mit 124 000 Bürgern ist er der Einwohnerstärkste der Region 10 und belegt eine Fläche von 1214 Quadratkilometern. Der Kreis ist sehr jung strukturiert und in einem Ranking der Zeitschrift „Focus" erreichte er in der Lebensqualität den vordersten Platz. Als Nachteil wurde allerdings die ungünstige geografische Lage gesehen. Zentrales Thema sei auch für den Kreis die Bevölkerungsentwicklung. Dazu habe man einen Sozialraumatlas erstellen lassen, der eine Bevölkerungsprognose der kommenden 15 Jahre entwirft. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass es notwendig sein wird, junge und gut ausgebildete Leute auf dem Land zu halten. Dazu bedarf es entsprechender Arbeitsplätze, die gehalten oder durch verstärkte Unterstützung von Existenzgründern geschaffen werden müssten. Dazu bedarf es auch guter Verkehrsverbindungen zu den Zentren. So müsse künftig wieder verstärkt in den Straßenbau investiert werden. Große Belastung erwachse dem Kreis durch ein Bundesgesetz, das ihn für die Betreuung seelisch angeschlagener Mitmenschen verantwortlich macht. Aber hier versuche der Landkreis den Weg der Prävention zu gehen und nicht gleich jeden ins Heimzustecken.

Kommunale Zusammenarbeit
In der kommunalen Zusammenarbeit der Gemeinden Walting, Titting, Kipfenberg, Denkendorf, Kinding sah Rita Böhm erste Synergieeffekte, etwa durch das Ausleihen von Spezialmaschinen. Aber im Grunde gehe es darum, durch geschlossenes Auftreten den einzelnen Gemeinden mehr Gewicht zu verleihen. So wäre der Regionalbahnhof Kinding wohl mit Kinding allein nicht zustande gekommen. Ferner können sich die Gemeinden untereinander austauschen. Das sei mit Geld nicht aufzuwiegen. Ortsvorsitzender Schermer gab abschließend die Planung für die kommenden Monate bekannt. So ist am 9. Juli in Rapperszell ein Jazz-Frühschoppen geplant, im September wird es wieder einen Bayerischen Abend geben und Ende September einen mehrtätigen Ausflug an den Gardasee.


EK vom 20.03.2006 | EK vom 29.03.2006

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