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EK VOM 01.07.2006 |
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Auf dem Kirchberg in Pfünz hausten früher etwa 500 römische Legionäre Von 90 nach Christus bis 233 war Pfünz Garnison / Erster Erforscher war Dr. Friedrich Winkelmann / Strategisch günstig gelegener Ort
Pfünz (je) Der Ort Pfünz ist untrennbar mit der römischen Geschichte verbunden. Immerhin rund 145 Jahre waren auf dem Kirchberg über dem Dorf und der Altmühl die Legionäre der römischen Kaiser stationiert und kontrollierten von hier aus die Straßen und den massiven Grenzwall, den Limes. Das Kastell aus Holz entstand um90nach Christus unter Kaiser Domitian, die Steinbauten wurden unter Kaiser Antonius Pius 138 bis 161 gemauert. 380 Infanteristen und 120 Reiter waren im Kastell Vetonianis stationiert. Die Befestigung war von drei Tälern umschlossen, lag also strategischgünstig. Als erster hat Dr. Friedrich Winkelmann die Soldatenunterkünfte auf dem Kirchberg untersucht. Er fand Relikte aus der Römerzeit von unschätzbarem Wert, die im Ur- und Frühgeschichtlichen Museum auf der Willibaldsburg zu bestaunen sind. Um nur einige zu nennen: Da wurden eine große Menge Münzen geborgen, Schwerter und Inschriftsteine, sogar angekohltes römisches Getreide, Schlüssel mit Bart, die also eine Tür sicher verschlossen, Griffel und Wachstäfelchen, Helme, Kettenpanzer... Der Forscher schrieb: „Nach dem großen Alemannenkrieg im Jahr 233 nach Christi Geburt, in dem sämtliche römischen Truppenteile, die an der Grenze nördlich der Donau standen, vernichtet worden zu sein scheinen, wird auch Pfünz, wie die übrigen, nicht mehr genannt. Diese verlustreichen Kämpfe hatten zur Folge, dass die Römer das Gebiet nördlich der Donau aufgaben und die Grenze an das Südufer des Flusses verlegten." Das Kastell war niedergebrannt worden. Dr. Winkelmann gab auch eine Erklärung für den Ortsnamen Pfünz: „Er stammt zweifellos von pons oder pontes ab, ähnlich wie das heutige Pfunzen bei Rosenheim." Pons ist die Brücke. Winkelmann hat seine Ausgrabungen von 1884 bis 1900 durchgeführt. In neuerer Zeit wurden unter der Regie das Historischen Vereins Eichstätt und des Landkreises mit seinem Römerprogramm in Pfünz das Nordtor, der westliche Eckturm und die dazwischen liegende Wehrmauer rekonstruiert. Der gesamte Plan des Kastells mit dem angrenzenden Lagerdorf wurden von Dr. Christian Flügel und Albert J. Günther anhand archäologischer Funde gezeichnet. Ferner gibt es das Modell des Kastells von Clemens Nißl im Ur- und Frühgeschichtlichen Museum auf der Willibaldsburg, der sämtliches „Personal" und die im Kastell gehaltenen Tiere getreu den Funden und Befunden und der wissenschaftlichen Erkenntnisse in einem riesigen Diorama aufstellte. Ein Urmodell des Kastells Pfünz befindet sich im Magazin des Museums. Es ist schon erstaunlich: Seit der Zeit der Römer sind bald 2000 Jahre vergangen und dennoch fasziniert deren Geschichte heute noch die Menschen. Über den Limes, „Pfahlhäcke", „Pfahlrain", „hohe Straße" oder Teufelsmauer hinterließ bereits Ignatz Pickel im Jahr 1789 Notizen. Er war „Hochfürstlicher eichstättischer geistlicher Rat, der Churfürstlichen Akademie der Wissenschaften zu München und der Churmainzischen zu Erfurt ordentliches Mitglied und öffentlicher Lehrer der Mathematik auf dem akademischen Lyzeum zu Eichstätt."
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Juli 2006 | EK vom 04.07.2006
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