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EK VOM 22.08.2006
 

Der Schatz am Ende des Regenbogens ist eine Chronik
Gungoldinger Dorfgeschichte am Sonntag vorgestellt / Dr. Karl Heinz Rieder erinnert sich an Kindheitserlebnisse in dem Ort

Gungolding
(mf) „Am Ende des Regenbogens ist ein Schatz zu finden." An diese uralte Sage erinnerte Dr. Karl Heinz Rieder bei seiner sehr persönlich gehaltenen Vorstellung des jetzt erschienenen Buches „Gungolding -Dorfchronik" am Sonntagabend. Er sei von Möckenlohe nach Gungolding gefahren, während Regen und Sturm herrschten und als er nach Gungolding hineinfuhr, blitzte die Sonne durch und in Richtung Arnsberg stand ein wunderschöner Regenbogen. Den Schatz habe er bereits gefunden: die Dorfchronik Rieder erzählte zunächst seine eigenen Erlebnisse, die ihn mit Gungolding von Kindheit an verbinden. Schon als kleiner Bub sei er mit seinem Vater, einem Installateurmeister, in den Ort gekommen. Einmal, so erinnere er sich, seien sie beim Moier in Gungolding in der alten großen Stube gesessen. Dann sei eine ältere Bäuerin gekommen und habe erzählt und erzählt, und er sei davon so gefesselt gewesen, dass er die Zeit darüber ganz vergaß. Heute wisse er, dass es die Moier Mare war, die jetzt im Buch ein Grußwort als Schirmherrin der 1111-Jahr-Feier verfasst hat und deren Leben recht genau darin beschrieben ist. Rieder berichtete dann auch, wie er von Josef Herzner und Bürgermeister Hans Mayer angesprochen und um einen Beitrag über die Frühgeschichte des Gungoldinger Raumes gebeten worden war. In diesem Zusammenhang verwies er auf die reichen und wichtigen Funde bei den Grabungen in der Siedlung „Arnsberger Feld". Eine römische Villa Rustica habe er zuerst gehofft, hier zu finden. Eine solche vermute er aber jetzt weiter in Richtung Arnsberg. Dann erläuterte Dr. Rieder den Aufbau des Buches mit den einzelnen Abschnitten und deren Verfassern. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 895. Oberstudiendirektor i. R. Josef Schatz übersetzte die Urkunde und Professor Dr. Alfred Bammesberger schrieb eine bemerkenswerte Abhandlung über den Ortsnamen „Gungolding" und dessen Geschichte. Ihm persönlich habe besonders gut gefallen, dass das Brauchtum so ausführlich beschrieben worden ist und dabei „das Gungoldingerische so gut herauskommt", lobte Rieder. Man merke, dass Maria Frauenknecht, die daneben noch eine ganze Reihe weiterer Abschnitte verfasst hat, gerade da ihr „Herzblut" hinein gelegt habe. Weitere Beiträge stammen von Pfarrer Josef Bierschneider, Josef Frauenknecht, Josef Herzner, Robert Herzner, Martin Mogl, Rupert Müller, Eckart Paulwitz, Michaela Schmidt und Petra Schöpfel. Außerdem war die Sammlung von Rudi Hager aus Eichstätt eine reiche Fundgrube. Hager gehört zudem zu den Fotografen, deren Bilder die Chronik, die durchgehend im Vierfarbendruck erstellt wurde, besonders lebendig und interessant erscheinen lassen. Viele Aufnahmen haben auch Josef Betz, Pfarrer Bierschneider und Heinrich Frauenknecht jun. beigesteuert. Herausgeber der „Dorfchronik Gungolding" ist die Gemeinde Walting. Die gesamte Buchvorstellung war eingebettet in ein recht unterhaltsames Rahmenprogramm, zu dem die Musikanten Franziska und Josef Straus, die als Gungoldinger Neubürger erst kürzlich ihr neues Haus bezogen haben, und Hans Rößler ganz entscheidend beitrugen. Mittels eines umfangreichen, aber kurzweiligen Gedichtes trug Gerlinde Alberter ihre Gedanken zur Chronik und deren Entstehung vor. Maria Frauenknecht trug ihre „Strophen zur Dorfchronik" vor, die von allen Anwesenden im Refrain mitgesungen wurden. Natürlich gab es auch Geschenke und Blumen für die verdienten Mitarbeiter, wobei besonders herzlicher Dank Dr. Karl Heinz Rieder zuteil wurde, weil er nicht nur als Autor, sondern besonders auch als Berater bei der Endredaktion mitgewirkt hat.
„Gungolding - Dorfchronik" trägt die ISBN-Nummer 3-920142-20-9, kostet 24 Euro und ist bei Josef Herzner in Gungolding, Holzweg l, sowie an verschiedenen Ständen bei der Feier des Dorfjubiläums am 26. und 27. August in der Dorfmitte von Gungolding erhältlich.


EK vom 18.08.2006 | EK vom 23.08.2006

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