|
|
|
 |
 |
 |
 |
EK VOM 25.08.2006 |
 |
|
|
GUNGOLDING Ein „schräges Fest" mit vollem Programm Dorfgemeinschaft ist in bester Feierlaune
Gungolding (mf) „Wie seid ihr nur daraufgekommen, diese .Komische' Zahl zu feiern? Habt ihr 1995 aufs Feiern vergessen?" Diesen Fragen mussten sich die Initiatoren des „schrägen Jubiläums" von Gungolding ziemlich oft stellen. Und immer wieder hat die Antwort etwa so gelautet: „Während wir im Heimatkundeunterricht noch alle das Jahr895 als das mit der ersten urkundlichen Nennung von Gungolding (Gundoltingen) gelernt haben, hat es etwa um die 1970er Jahre herum angeblich neue Erkenntnisse gegeben, die felsenfest das Jahr 852 mit der ersten urkundlichen Erwähnung datierten. Erst als wir damit begonnen hatten, für 2002 ein Fest zur 1150-Jahr-Feier vorzubereiten und nach der entsprechenden Urkunde gesucht wurde, teilte das Diözesanarchiv aus Eichstätt am 26. August 1999 mit, dass sich diese Zahl und der genannte Ort nach derzeitigem Kenntnisstand ganz sicher nicht halten lassen und aus der Sicht des Diözesanarchivs von einer 1150-Jahr-Feier Gungoldings nur dringend abgeraten werden könnte." Das sollte es nun gewesen sein mit der -schönen Jubiläumsidee? Etwas flapsig und mehr zum eigenen Trost ist damals schon das Jahr 2006 genannt worden, da könne man ja das „1111-Jährige" feiern. Aber das wurde ziemlich schnell beiseite geschoben. Erst zu Beginn des Jahres 2005 griff Zweiter Bürgermeister Josef Herzner „sicherheitshalber", wie er meinte, die damalige Idee wieder auf und rief alle Vereinsvorstände und sonstigen engagierten Gungoldinger zusammen, um das Wie und das Für und Wider eines solchen Jubiläums zu diskutieren. Als schließlich Schützenmeister Robert Herzner meinte, dass diese verrückte Zahl wenn überhaupt, nur „verrückt" gefeiert werden könne, kam ein wenig Bewegung in die Sache. Diese verebbte jedoch auch bald wieder. Im August 2005 sollte wohl das „Aus" besiegelt werden, als dann doch plötzlich alle Gefallen an dem Vorschlag eines „Marktes" im gesamten Dorfkern als eine Art Straßenfest fanden, und von da an wurden „ Nägel mit Köpfen gemacht". Bald darauf tauchte auch die Frage nach der Schirmherrschaft für das Fest auf, und innerhalb kürzester Zeit stand der einstimmige Entschluss, die älteste Mitbürgerin, Maria Hofmann, die „Moier Mare" darum zu bitten. Sie hat sich dann glücklicherweise auch ohne Umschweife dazu bereit erklärt. Das Fest am morgigen Samstag und am Sonntag findet in der Mitte des Dorfes um das Turmhaus herum und in den dahin führenden Straßen statt. Ein eigenes Festzelt gibt es nicht. Doch ist auch dafür gesorgt, dass bei nicht ganz so gutem Wetter die Festesfreude erhalten bleibt. Zum Mitmachen eingeladen waren von Anfang an alle Gungoldinger Vereine, Wirte, Handwerker, Betriebe, Hobbykünstler und wer sonst noch Lust dazu hatte. Dadurch ist jetzt ein recht umfangreiches Angebot, teils auch von auswärtigen Anbietern entstanden, das an zahlreichen Ständen, in den Höfen, Scheunen und Plätzen den hoffentlich vielen Freunden und Gästen Gungoldings präsentiert wird. Die Wirte und Vereine bieten zudem einen „kulinarischen Dorfspaziergang" an, der immer wieder zum Verweilen einlädt. Die heiße Phase der Festvorbereitungen in dieser Woche war nochmal ein Erlebnis der besonderen Art für alle, die sich für das „schräge Jubiläum" engagiert haben und dies auch in den zwei Festtagen noch tun. Insgesamt kann wohl mit Fug und Recht gesagt werden, dass so ein Dorffest die Zusammengehörigkeit der Leute immens fördert. Besonders erfreulich erscheint dabei, dass sich viele Jugendliche und auch viele Neubürger mit einbringen und vielleicht dadurch etwas von dem erahnen, was Dorfgemeinschaft im eigentlichen Sinne bedeutet.
|
EK vom 23.08.2006 | EK vom 25.08.2006
|
Druckbare Version
|
|