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EK VOM 19.09.2006 |
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„Gesellschaft hat es noch nicht akzeptiert“ Der bayerische Landesverband der kleinwüchsigen Menschen tagte in Pfünz
Eichstätt (fbs) Am vergangenen Wochenende tagte in Pfünz der Landesverband Kleinwüchsige Menschen. Geladene Referenten hielten Vorträge zu gesundheitlichen Themen. Betroffene sowie Familienmitglieder nahmen die Möglichkeit zu Information und Beratung zahlreich wahr. „Die Gesellschaft hat es noch nicht akzeptiert", sagte Claudia Heiniein, Leiterin der Veranstaltung, über Probleme mit denen kleinwüchsige Menschen zu kämpfen hätten.
„Leute starren" Folge davon sei eine starke psychologische Belastung für die Betroffenen sowie deren Familienmitglieder. „Die Leute starren", so Heiniein. Deswegen seien diese Treffen ganz besonders wichtig. „Die Teilnehmer ziehen Kraft daraus. Sie sehen, dass sie nicht alleine sind". Auch Heiniein selbst ist kleinwüchsig. ,Aber mich stört das nicht mehr. Sonst hätte ich mich auch nicht ganz bewusst für ein Kind entschieden", so die Mutter. Sie wusste, dass die Chance nur bei 50 Prozent lag, dass ihr Sohn Andr6 (12) „gesund" zur Welt kommen würde. „Die Kraft zum Leben kommt von innen heraus. Nur starke Eltern machen starke Kinder", so die sehr selbst bewusst auftretende Claudia Heiniein. Die Arbeit des Vereins besteht hauptsächlich darin, den Eltern diese Stärke zu geben; durch Hilfe und Beratung. „Wir vermitteln junge Familien an gute Ärzte und wir helfen bei der Diagnosebewältigung." Bei den zweimal jährlich stattfindenden Treffen komme es zudem zu einer Vermittlung untereinander und einem „heilenden Erfahrungsaustausch". Neben dem seelischen Kampf, den Betroffene führen müssen, gibt es auch zahlreiche praktische Hindernisse, die kleinwüchsige Menschen im Alltag zu bewältigen haben, berichtet die Leiterin. „Das fängt beim Aufmachen von schweren Eingangstüren an, geht über das Einsteigen in Züge bis hin zu Produkten, die in hohen Supermarktregalen stehen," so Heiniein. Oft sei es zudem schwierig für kleinwüchsige Erwachsene, angemessene Kleidung zu finden. Der Stil in der passenden Größe sei natürlich auf Kinder ausgerichtet. Autos müssten umgebaut werden, und „das alles kostet". Der Landesverband Bayern ist einer von neun Landesverbänden, die gemeinsam den Bundesverband bilden. Dieser hat 300 Mitglieder und besteht seit 1988. Der bayerische Verband folgte acht Jahres später und hat derzeit 362 Mitglieder, davon 101 Betroffene. Die Verbandstreffen werden hauptsächlich über einen Zuschuss der Krankenkassenverbände Bayerns finanziert. Zu den Referenten in Pfünz zählte auch Andreas Risch, Physiotherapeut aus Eichstätt, der über Osteopathie sprach. Gerade gesundheitliche Themen seien stets wichtig, um den Aufbau von Muskeln sowie die Muskelspannung bei kleinwüchsigen Menschen auf natürliche Weise zu optimieren. Denn eine operative Gliedmaßenverlängerung sei eine „sehr schmerzhafte Angelegenheit", meinte Heiniein.
Nur zehn Menschen Auch der gemeinschaftliche Aspekt sei sehr wichtig. „Ich bin sehr froh über den Verein. Alles ist sehr viel leichter seitdem", sagt Güler Bahca (47). Sie hatte vor neun Jahren Melissa zur Welt gebracht. Das Mädchen ist laut Heiniein einer von zehn Menschen weltweit, die am Dubois Syndrom erkrankt sind. Sie wird niemals größer als ein Meter sein. „Uns wurden Ärzte und Krankenhäuser empfohlen, sowie viele Informationen gegeben". Güler Bahca und ihre Tochter kommen bereits seit vielen Jahren zu den Treffen. „Der Verband ist super!", so Bahca.
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EK vom 15.09.2006 | EK vom 19.09.2006
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