|
|
|
 |
 |
 |
 |
EK VOM 19.10.2006 |
 |
|
|
Kneipp-Kindergarten einmalig in Oberbayern Beim Herbstfest in Rieshofen nach der bayerischen nun auch die bundesweite Zertifizierung erhalten Von Johann Rixner
Rieshofen (EK) Der Kindergarten St. Erhard in Rieshofen bekam nun das deutsche Kneippzertifikat - als erster Kindergarten im Landkreis Eichstätt und ganz Oberbayern, als siebter bayernweit und als einer von 63 in ganz Deutschland. Die intensiven Bemühungen des Kindergartenteams um Leiterin Marianne Regensburger bei der Umsetzung der Kneippschen Lehre haben Früchte getragen: Mit der deutschen Zertifizierung hat der Rieshofener Kindergarten nun die höchste Auszeichnung erreicht, nachdem im Juni 2005 bereits die bayerische Kneippurkunde überreicht werden konnte (wir berichteten). Zu Beginn des Herbstfestes begrüßte Regensburger die über 150 Besucher. Einen besonderen Willkommensgruß richtete sie an die stellvertretende Landesvorsitzende des Kneipp-Bundes Bayern, Hermine Matzke, die das deutsche Kneipp-Zertifikat mitgebracht hatte. Dass die Verleihung ein besonderes Ereignis nicht nur für den Kindergarten, sondern auch für die Gemeinde Walting war, zeigte sich daran, dass auch mehrere Vertreter des Gemeinderates an dem Herbstfest teilgenommen haben. Zu den Ehrengästen zählten Pfarrer Francesco Benini aus Walting als Träger des Kindergartens, Pfarrer Josef Bierschneider aus Gungolding und die Kindergartenbeauftragte der Schule Walting, Rosi Nikol. Die Kinder stellten mit mehreren Tänzen und Spielen dar, wie die Lehre nach Sebastian Kneipp bereits im Kindergarten umgesetzt wird. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die fünf Säulen der Kneipp-Lehre gelegt: eine richtige Lebensordnung sowie das seelische Wohlbefinden, die Nutzung von Kräutern und Heilpflanzen, eine vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und die Verwendung von Wasser als Überträger von natürlichen Reizen. Die eigentliche Zertifikatsverleihung nahm Hermine Matzke als stellvertretende Landesvorsitzende des Kneipp-Bundes Bayern vor. Matzke berichtete, dass sich das Kneipp-Konzept zunehmend großer Akzeptanz erfreue: „Einer der Vorteile ist eben die leichte Integration in den Kindergartenalltag und die geringe finanzielle Belastung. Das Konzept steht nicht in Konkurrenz zu den verschiedenen Ansätzen in Kindertagesstätten. Kneipp-Kindergarten sind trägerunabhängig sowie in allen Regionen und jedem sozialen Umfeld zu finden", so die stellvertretende Landesvorsitzende. Sie dankte der Kindergartenleiterin und ihrem Team für den Mut, sich auf das Kneipp-Projekt einzulassen. Der Kneipp-Verein Ingolstadt spendete dem Kindergarten für jedes Kind zwei Massagehandschuhe. Der Vorsitzende, Karl-Ludwig Moritz, übergab diese der Kindergartenleiterin Marianne Regensburger. Um als Kindergarten eine deutschlandweite Kneipp-Zertifizierung zu erhalten, müssen hohe Richtlinien erfüllt werden. So ist es erforderlich, dass zunächst die Kindergartenleitung erfolgreich an einem viertägigen Qualifizierungslehrgang teilnimmt. Außerdem muss das gesamte Erzieherteam systematisch nach der Kneippschen Lehre erst- und weiterqualifiziert werden. Über eine jährliche Fachberatung und die Fortbildung ist ein Nachweis zu erbringen. Der Kindergarten muss dann mindestens 18 Monate Erfahrung mit der Methode nach Sebastian Kneipp sammeln. Der Träger des Kindergartens kann dann einen Antrag zur Verleihung der Anerkennung mit Zertifikat stellen. Daraufhin überprüft der Fachausschuss „Vom Kneipp-Bund e.V. anerkannte Kindertagesstätte" die Einrichtung. Sollte eine Zertifizierung erfolgten, wird der Kindergarten dann alle vier Jahre überprüft. Alle zwei Jahre verlangt der Kneipp-Bund Unterlagen, die nachweisen, dass die Bedingungen auch weiter eingehalten werden.
|
EK vom 07.10.2006 | EK vom 25.10.2006
|
Druckbare Version
|
|