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EK VOM 14.11.2006
 

LESERBRIEF

Nicht das Papier wert
Zum Artikel „Wildverbiss unbefriedigend" (EK vom 10. November 2006):
Es ist schon erstaunlich mit welcher Verbissenheit intelligente Menschen wie Herr Strixner blanken Unsinn verzapfen. Laut einer schweizerischen Studie lagen bisher keine wissenschaftlichen Beweise über die Auswirkung von Verbiss auf Waldverjüngung vor. Dennoch will Herr Strixner das Rehwild am liebsten ausrotten. Im Laufe einer dreijährigen Untersuchung stellten die Eidgenossen fest, dass Verbiss das Wachstum betroffener Bäumchen zwar verzögert, aber nicht die Richtung der Waldentwicklung verhindern kann. Toll, dass das Ergebnis dieser Studie Herrn Strixner scheinbar nicht bekannt ist, oder will er es einfach nicht wissen. Das von ihm erstellte Vegetationsgutachten ist nicht einmal das Papier wert auf dem es steht. Immer mehr Fachleute erkennen inzwischen die massiven Systemfehler an dem Aufnahmeverfahren. Gesagt werden sollte auch, wie viele unverbissene Pflanzen pro Quadratmeter an den Aufnahmepunkten vorzufinden sind und wie viele davon später einmal übrig bleiben. Auch die Anzahl von irgendwelchen oft völlig unnötigen Zäunen ist keinerlei Anzeichen für einen überhöhten Wildbestand. Bevor Herr Strixner die Fütterung in Notzeiten im Privatwald ständig anprangert, soll er erst mal einen Spaziergang von Kirrung zu Kirrung durch den Staatsforst machen. Im nächsten Jahr droht nun wieder die Festlegung der Abschusspläne für das Rehwild. Auch das ist wieder eine völlig unsinnige Arbeitsbeschaffung für Beamte und Verwaltungsangestellte. Erstens ist das Jägerlatein nirgends größer als bei der Abschusserfüllung. Zweitens behaupte ich, dass es auch im Staatsforst nicht gelungen ist, durch ständige Abschusserhöhungen den Rehwildbestand dauerhaft abzusenken. Denn wäre dies bereits in der Vergangenheit gelungen, dürfte es gar kein Rehwild mehr geben. Wie kann es denn sein, dass aus .einem immer kleiner werdenden Bestand Jahr für Jahr noch mehr herausgeschossen wird? Das Rehwild wird nur immer heimlicher, bleibt erst recht in den Verjüngungen und kann seinen Hunger nirgendwo anders mehr stillen. Falls Herr Strixner nicht wissen sollte, dass Waldverjüngung trotz guter Wilddichte und Fütterung in Notzeiten (übrigens ist dies gesetzliche Verpflichtung) möglich ist, lade ich ihn herzlich zu einer Begehung in unseren Privatwald ein. Sollte er Tatsachen erkennen, wird er feststellen, dass er umdenken muss, dass er seine gut bezahlte Arbeitszeit im Staatsdienst für wirklich sinnvolle Aufgaben zu verwenden hat und nicht durch Ausarbeiten von wertlosen Gutachten und Abschussplänen unnötig Steuergelder verschwendet. In Fachkreisen wird immer mehr die Sinnlosigkeit von Abschussplänen erkannt. In mehreren Bundesländern wird deren Abschaffung konkret diskutiert und in Pilotprojekten bereits realisiert. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit wie lange Herr Strixner uns mit diesem Blödsinn noch belästigen darf.

Markus Markert Walting-Rapperszell


EK vom 11.11.2006 | EK vom 14.11.2006

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