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EK VOM 25.11.2006 |
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Stratege mit Blasen an den Händen Hubertus Vier (11) aus Walting ist im Kart-Rennsport ein Hoffnungsträger
Walting (aur) Schumi hat so angefangen, und jeder weiß, wie die Sache endete: Aus begabten Kart-Fahrern können Rennprofis, vielleicht sogar Formel-1-Stars werden. In Walting bastelt ein Elfjähriger derzeit an so einer Karriere: Hubertus Carlos Vier. Der Sechstklässler am Eichstätter Willibald-Gymnasium fährt Karts, seit er vier Jahre alt ist. Damals wohnten Oma und Opa noch in Spanien bei Valencia, wo alle zehn Kilometer entlang der Küstenstraße eine Kart-Bahn steht. Alle Ferien war der Bub bei den Großeltern, und beim Freizeitspaß auf der nahen Kartbahn zeigte sich rasch, dass Hubertus wohl Benzin im Blut hat. Vererbt offensichtlich, denn der Papa, Reinhard Vier (54), ist Fahrzeugingenieur und fährt mit der Mama mit großer Begeisterung Oldtimer-Rallyes. Die Oma mütterlicherseits fuhr auch schon Rallyes. „Schwer vorbelastet" meint der Papa stolz. Inzwischen ist Hubertus Vier in der Kart-Szene ein echter Begriff mit eigener Fahrer -Homepage: www.hubertus-carlos-vier.com. In der Klasse „Bambini A", hier flitzen die Kids mit 60-Ku-bik-Maschinen, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 Km/h und dem Spitzentempo von 120 Sachen durch den Parcours, erreichte Hubertus beim süddeutschen ADAC-Kart-Cup den nicht für möglich gehaltenen Platz vier. Der Aufwand ist auch in der Bambini-A-Klasse schon beträchtlich, die Konkurrenz groß. Hubertus fährt zum Training nach Wackersdorf in die Oberpfalz oder nach Bopfingen hinter Nördlingen, die Ferien werden von der ganzen Familie - Vater, Mutter» Schwester und selbst der Hund - im Wohnmobil - zum Trainingslager umgemünzt.
Fröhliche Truppe Die Viers sind dabei in der Szene als fröhliche Truppe bekannt, bei der die anderen Jugendlichen allzeit wohl gelitten sind. Krankhafter Ehrgeiz liegt den Waltingern bei allem Willen zum Sieg fern. Klar ist aber auch, dass das Kart-Fahren längst keine Gaudi mehr ist, sondern ernster Leistungssport, für den es im Notfall von der Schule sogar Unterrichtsbefreiung geben kann. „Es macht Spaß, aber manchmal wird's schon ein bisschen hart", gesteht Hubertus und zeigt seine Hände: Von den extremen Vibrationen des Lenkrads sind da gut die Schwielen zu erkennen. Die Stärke des Nachwuchs-Rennfahrers ist offenkundig seine unerwartete Abgebrühtheit: Strategisches Denken sei beim Rennfahren entscheidend, „das hat fast schon mehr mit Schachspiel zu tun." Ein teures Schachspiel freilich, und die Familienkasse der Viers lässt da nur begrenzte Investitionen zu - die seien im Vergleich zu manchem Konkurrenten „minimal", sagt der Papa. Man behilft sich auf eine sehr sympathische Art: Die Eichstätter Maschinenbaufirma Weitner zum Beispiel, deren Chefs gute Freunde sind, fertigt Sonderteile fürs Kart an, „wenn's sein muss über Nacht". Das, so der Vater, „ist im Motorsport kriegsentscheidend". Und dann gibt es immer noch die allerbesten Verbindungen ins Motorsportverrückte Spanien: Dort hat eine befreundete Rennfahrerfamilie, wie man so sagt, einen Narren an Hubertus Vier gefressen und lädt ihn immer wieder zum Training ein, kostenlos samt Kost und Logis. Doch jetzt wird es erst einmal ruhig werden um den Waltinger Rennfahrer, der für den Augsburger Automobilsport-Club startet: Aus der Bambini-Klasse ist er nämlich buchstäblich herausgewachsen. In der Juniorenklasse aber darf er erst im Jahr 2008 antreten. Das kommende Jahr wird also ein reines Trainingsjahr werden, in dem Hubertus dann schon im großen, 30 PS starken, 100-Kubik-Kart um die Kurven schießt. Der bereits gut gefüllte Pokale-Schrank wird also fürs erste nicht erweitert. Aber im Karriere-Plan ist das nicht entscheidend. Vor ein paar Tagen kam übrigens mit der Post das erste Preisgeld, das Hubertus in seinem Leben eingefahren hat: 150Euro vom ADAC. Was er damit macht: „Das wird wohl in Reifen investiert - leider", sagt Hubertus, der selbst eher zu einem MP3-Player tendieren würde. „Das hängt von meinem Hauptsponsor ab." Wie's aussieht, wird Vater Reinhard nach diesem erfolgreichen Rennjahr mit sich verhandeln lassen.
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EK vom 25.11.2006 | EK vom 29.11.2006
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