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EK VOM 25.11.2006
 

Der Pfarrer als Stichwortgeber für Gopperer 4
Musikkabarett-Gruppe bot selbst verfasste Texte und hohe Musikalität im Gungoldinger Turmhaus

Gungolding
(mf) Wenn's einen Preis für die selbstverständliche Verwendung der heimatlichen Mundart gäbe, dann wären die Gopperer" ganz sicher Anwärter darauf. Am Samstagabend stellte das Quartett sein Können im Turmhaus in Gungolding unter Beweis und das nicht nur mit dem Lied „Der allerschönste Dialekt". Sie scheuten auch nicht davor zurück, alte Ausdrücke zu verwenden, die im Gebiet rund um Eichstätt kaum noch zu hören sind und die wahrscheinlich nur noch bei wirklichen Verfechtern ihrer angestammten Sprache zum alltäglichen Repertoire gehören. Vielleicht war dies einer der Gründe für die grandiose Stimmung, die von Anfang an bei den Trachtlern in Gungolding und ihren Gästen herrschte. Die vier Musiker sind eigentlich „Musikanten" im besten Sinne, so wie es von „ganz früher" erzählt wird: Ein Musikant konnte weit mehr als nur sein Instrument spielen, er war ein Alleskönner in Sachen Stimmung und Humor und das ohne technischen Aufwand. Auch die Gopperer traten ohne Mikrofon und Verstärker auf, und durch die „Tuchfühlung" mit dem Publikum sprang in dem heimeligen Turmhaus-Saal von Anfang an der Funke über. Nachdem dann schon bald Namen aus dem Publikum wie selbstverständlich in den Texten vorkamen und vor allem Konrad Wagner, der neben Gesang und Akkordeon für die verbindenden Worte zuständig war, ganz schnell auch kleine Zwischenbemerkungen der Zuhörer zu verwerten wusste, war der Heiterkeit kaum noch Grenzen gesetzt. Die Gopperer zeichnen sich gleichermaßen durch ihre „selbst gestrickten" Texte wie durch ihre hohe Musikalität aus. Dazu kommt, dass alle Mitglieder gut aufeinander abgestimmt sind. Norbert Pfahler besticht durch seine Bassstimme ebenso wie durch die Beherrschung seines gleichnamigen Instrumentes und hat auch noch das „Lied des Abends" getextet: Das „Gungoldinger Turmhauslied", passend intoniert nach der bekannten „Amtsgerichts-Polka". Bernhard Gruber steht ihm weder stimmlich als Bariton noch im Einsatz seiner Gitarre nach. Mit seiner kraftvollen Tenorstimme besticht Josef Breitenhuber. Zudem ist er durch und durch Komödiant und strapaziert die Lachmuskeln seines Publikums mit einem Feuerwerk an witzigen Einlagen, wobei nicht genau festzustehen scheint, wer mehr Freude daran hat, er selber oder sein Publikum. Die Gopperer brauchen aber ihre Instrumente nicht, um ihre Texte markant in Szene zu setzen. Sie liefen im Lauf des Abends immer mehr zur Höchstform auf, sobald sie ihre eigenen Stimmen als Instrumente benutzten und das gelang ihnen im Glenn-Miller-Sound ebenso wie bei Mozarts „Kleiner Nachtmusik", Lieder von den Commedian Harmonists oder der Spider Murphy Gang. Dann brillierte jedes Mal Josef Breitenhuber mit seinen Gesangs-Soli. Auch wenn die Texte manchmal etwas derb waren und gelegentlich unter die Gürtellinie rutschten, konnte man den Vieren kaum etwas Übel nehmen. Bei ihrem Auftritt in Gungolding wurden sie - ganz ohne vorherige Absprache – im Lauf des Abends immer wieder unterstützt und auch herausgefordert durch die Einwürfe von Pfarrer Josef Bierschneider mit seinem schier unerschöpflichen Repertoire an Witzen. Dieser hatte ganz offensichtlich zudem seine Freude daran, seine ehemaligen Pfarrkinder in seinem jetzigen Wirkungsort zu erleben.


EK vom 23.11.2006 | EK vom 25.11.2006

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