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EK VOM 04.09.2007 |
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Geschichte eigenhändig freischaufeln Ausgrabungswoche an der Villa Rustica in Walting /Ein bisher einmaliges Angebot im Naturpark
Von Gregor Luks Walting (EK) Die Limes-Akademie Naturpark Altmühltal bietet In Walting an der Villa Rustica eine ganz besondere Attraktion an. Den Teilnehmern der öffentlichen Grabungswoche ist es erstmalig in der Region erlaubt, bei archäologischen Ausgrabungen selbst mitzuarbeiten.
„So etwas habe ich ja noch nie erlebt!", sagt ein Teilnehmer beim gestrigen Start der Grabungswoche in Walting schmunzelnd, „fürs Arbeiten muss ich hier auch noch Geld bezahlen." Anstrengend ist sie schon, die Arbeit als Gräber, aber dafür auch ein spannendes Erlebnis, das die insgesamt acht Laienarchäologen gebucht haben. „Denn diese Möglichkeit", so einer der schuftenden Männer, „ist einmalig. Ich interessiere mich schon mein ganzes Leben lang für die Archäologie." Neben ihm schaufelt eine Lateinstudentin große Klumpen Erde auf die Seite. Auch sie ist mit Feuereifer bei der Sache und freut sich, „neben der ganzen Theorie auch mal die praktische Seite der römischen Geschichte zu erleben." Diese Motivation zeigt: Das Projekt „Archäologie erleben" der Limes-Akademie Naturpark Altmühltal ist ein voller Erfolg. Der Grabungsleiter und ausgebildete Archäologe Michael Jandejsek (32) ist am Ausgrabungsgelände an der Villa Rustica in Walting Ansprechpartner Nummer eins. Immer wieder kommen Teilnehmer stolz auf ihn zugelaufen, um ihm einen Stein zu zeigen, sie wollen von ihm wissen, ob sie da etwas Wertvolles gefunden haben oder einfach nähere Informationen zu einem bestimmten Stein bekommen. „Das meiste sind Kalksteine. Die Römer haben ihre Höfe vor allem aus Bruchsteinen aus den nahegelegenen Steinbrüchen hergestellt", erklärt der Archäologe. Jandejsek fungiert in Walting sowohl als Forscher als auch als Experte für die Fragen der Laienforscher. Am Grabungsgelände wird dabei ein römischer Gutshof aus dem zweiter Jahrhundert nach Christus, die Villa Rustica, erforscht. Es wird vermutet, dass dieser Hof als Versorgungszentrum für die römischen Truppen am Pfünzer Kastell Vetoniana errichtet wurde. Das Ziel für diese Woche formuliert Jandejsek folgendermaßen: „Wir wollen die so genannte Mauerkrone des Nebengebäudes finden, um sie dann archäologisch zu dokumentieren, das heißt sie zu zeichnen, zu vermessen und zu fotografieren." Man erhofft sich, durch die Grabungen und das Entdecken bestimmter Gegenstände nähere Informationen zur genauen Funktion des Nebengebäudes vom Gutshof zu gewinnen. „Denn ob dieses zum Beispiel ein Stall oder eine Kornkammer war, wissen wir nicht." Allerdings schränkt Jandejsek ein, „dass man normalerweise innerhalb einer Woche nicht auf solche Gegenstände stößt. Dafür brauchte es schon mindestens vier Wochen." Um diesen Wunsch zu realisieren, bemühen sich die Organisatoren des Projektes darum, dass auch im nächsten Jahr einige Grabungswochen angeboten werden. Der Tourismus- Referent des Naturpark Altmühltal, Christoph Würflein, meint dazu: „Wir wollen diese für die römische Geschichte in Bayern einmalige Region weiter erforschen und den Touristen und Einheimischen wenn möglich noch einmal so eine Möglichkeit bieten. Nur ist die Finanzierung für das nächste Jahr noch nicht gesichert." Dass überhaupt Ausgrabungen in Walting stattfinden können; verdanken die Hobbyarchäologen den Heimatforschern Rudolf Hager und Michael Hoedt, die 1989 durch archäologischen Luftbildaufnahmen den Gutshof erst entdeckt hatten. Wer sich selbst von den Ausgrabungs-Fortschritten überzeugen will beziehungsweise generelles Interesse für römische Geschichte hat, sollte am Donnerstag, 6. September, zur angebotenen Führung an die Ausgrabungsstätte kommen. Treffpunkt ist vor Ort um 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen erteilt das Informationszentrum Altmühltal, Telefon (0 84 21) 9 87 60.
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EK vom 20.09.2007 | EK vom 08.09.2007
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