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EK VOM 08.09.2007
 

Mächtige Mauern und uralte Nägel
Erste Grabungswoche erfolgreich

Von Katrin Straßer
Walting (EK) Mit einer genauen Vermessung und Lageaufnahme der ausgegrabenen Fundamentmauern ist am Freitag die erste Grabungswoche an der Villa Rustica in Walting zu Ende gegangen.
Kostenlos leistete dabei die Außenstelle Eichstätt des Vermessungsamtes Ingolstadt auf Vermittlung des leitenden Vermessungsdirektors Ferdinand Holzmann Amtshilfe. Außenstellenleiter Massimo Kimtelmann erklärt: „Der Archäologe hat sogenannte Passpunkte in der Grabungsstelle festgelegt, die wir jetzt zentimetergenau aufnehmen. Eine erneute Luftbildaufnahme kann anhand dieser Passpunkte in Kombination mit der Vermessungsaufnahme entzerrt und damit leichter interpretiert werden." Und: Eine Wiederausgrabung sei dann mit Hilfe von GPS-Technologie völlig unproblematisch, so Kimtelmann. Das ist vor allem wichtig, da noch nicht völlig klar ist, wie es mit der Waltinger Ausgrabung weitergehen wird - zurzeit laufen die Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer. Archäologe und Grabungsleiter Michael Jandejsek hofft jedenfalls, die nächsten Jahre am Waltinger Gutshof weiterarbeiten zu können. Sein erstes Resümee der Limes-Akademie ist positiv: „Natürlich kann man von einer Woche keine Wunder erwarten, dazu waren die Grabungsteilnehmer Laien. Aber die Leute waren sehr motiviert, und so haben wir einiges geschafft." In fünf Tagen haben Jandejsek und seine Helfer ein Nebengebäude des Gutshofes „angeschnitten", wie es im Archäologenjargon heißt, und die Nordwestecke aufgedeckt. Die unterste Fundamentlage des Gebäudes konnte erfasst werden - allerdings sind die durchschnittlich meterdicken Mauern durch die landwirtschaftliche Nutzung des Geländes und die natürliche Erosion weitgehend abgetragen. „Das untersuchte Nebengebäude hatte eine Länge von 25 bis 30 Metern und war etwa 15 Meter breit", erklärt Jandejsek. Innerhalb der Mauern fanden sich Reste von Mauerversturz, Dachziegel und gut erhaltene, 2000 Jahre alte Nägel, von denen einige im rechten Winkel umgebogen sind. Der Grabungsleiter erläutert: „So verraten sie uns indirekt die Stärke des Holzes, durch das sie geschlagen wurden - das muss eine Balkenstärke von sieben Zentimetern, bei anderen zehn Zentimetern gewesen sein, eventuell von der Dachkonstruktion." Trotz des wenigen Fundmaterials kann der Archäologe also bereits einige Aussagen treffen - allerdings nur über Bauweise und Baumaterial des Nebengebäudes. „Das verrät aber leider noch nichts über seine Funktion, da fehlt noch Fundmaterial. Und das müssen zukünftige Untersuchungen zu Tage bringen." Auch Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal, sieht die Limes-Akademie als Erfolg: „Wir sind mit diesem Projekt auf großes, auch überregionales Interesse gestoßen. Neben den lokalen Medien war auch der Bayerische Rundfunk vor Ort." Aber auch Einheimische wollten die Ausgrabung aus nächster Nähe sehen - bei der öffentlichen Führung waren 60 bis 70 interessierte Besucher. „Überhaupt haben wir große Unterstützung von allen Seiten erfahren", betont Würflein, „heute durch das Vermessungsamt, aber zum Beispiel auch die ganze Woche über von einem Waltinger Gastronom, der uns hier auf der Ausgrabungsstätte versorgt hat." Auch Christoph Würflein wünscht sich, dass die Limes-Akademie wie geplant im Mai 2008 in die nächste Runde gehen kann: „Jetzt, wo man sieht, wie viel in einer Woche erreicht werden kann, wäre es umso enttäuschender, den römischen Gutshof von Walting aufzugeben."


EK vom 04.09.2007 | EK vom 15.09.2007

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