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EK vom 12.08.2005

Trotz ihres hohen Alters legt Betty noch jeden zweiten Tag ein Ei
Noch vier Jahre, und das Huhn der Familie Zecherle in Pfünz kommt ins Guiness-Buch der Rekorde

Pfünz (cst) Huhn Betty hat das große Los gezogen. Während die meisten ihrer Artgenossen um jeden Quadratzentimeter Freiraum kämpfen und mit Hochdruck zur Eierproduktion herangezogen werden, genießt Betty ein Leben im Paradies - und das seit zehn Jahren. Stolze Besitzer dieses glücklichen Huhns ist die Familie Zecherle aus Pfünz. Im Sommer 1995 kauften sie Betty zusammen mit drei weiteren Hühnern im Alter von sechs Wochen auf einem Geflügelhof. „Nur zur Eierproduktion" waren die Hühner gedacht, denn im Kochtopf sollten die Tiere auf gar keinen Fall landen. Inzwischen hat Betty ihre „Geschwister" alle überlebt, was ihr aber scheinbar nichts ausmacht. „Hühner empfinden keine Trauer", erzählt Karin Zecherle, die Ziehmutter des Huhns. Im Gegenteil: Betty fühle sich allein ganz wohl, schließlich müsse sie sich jetzt mit keinem anderen Huhn mehr um das Futter streiten. Zehn Jahre hat Betty schon auf den Flügeln - für ein Huhn ein wahrlich greises Alter. „Das ältestes Huhn der Welt steht mit 13 Jahren im Guinnessbuch der Rekorde", weiß Karin Zecherle, „und diesen Rekord will Betty natürlich brechen." Die Aussichten darauf stehen auch gut, wenn man sich die Füße Bettys ansieht: Saftig gelb und faltenfrei müssen sie nach Aussage der Besitzerin sein, dann sei ein Huhn gesund. Trotz ihres hohen Alters legt Betty immer noch jeden zweiten Tag ein Ei, in den vergangenen zehn Jahren waren es laut Karin Zecherle insgesamt rund 1800 Eier. Das Besondere daran: Die Eierschalen sind nicht glatt, sondern haben alle kleine Kalktropfen. „Die sind das Markenzeichen von Betty", erklärt die Ziehmutter, ohne die Gründe dafür zu kennen. Dafür seien die Eier unvergleichbar ergiebig, jeder Kuchen würde eine wunderbar gelbe Farbe erhalten. Das Geheimnis dafür liegt im Futter. Frisches Gras, Löwenzahn und eine spezielle Futtermischung aus Weizen, Schrot und Kalk kommen bei Betty in den Futtertrog. Küchenabfälle gibt es nur ganz selten. Aber ihr Lieblingsschmankerl gibt es in der Küche sowieso nicht: Styropor. Die weißen Dämmplatten wären vor Betty nicht sicher, wenn die Zecherles sie nicht verstecken würden. Zum Trost darf sich das Federvieh aber beim Garten umgraben auf den Spaten setzen und auf Regenwurmjagd gehen, auch wenn der Garten für Betty normalerweise tabu ist. Salate pickt sie für ihr Leben gern, und wenn's im heimischen Garten gerade keinen gibt, muss eben der Nachbar dran glauben. „Zur Versöhnung gibt's dann halt mal ein Ei", schmunzelt Karin Zecherle. Aber nicht nur in Nachbars Garten, sondern in der ganzen Siedlung macht Betty ihre Rundgänge. Als „Siedlungshuhn" ist sie in ganz Pfünz bekannt. Bettys Wohl steht bei Familie Zecherle ganz oben. Wenn die Tochter aus London anruft, fragt sie zuerst nach Betty; erst dann kommen die Eltern. Jeden zweiten Tag wird der mobile, vier Quadratmeter große Stall im Garten verschoben, damit das Huhn wieder frisches Gras hat. Betty wird auf der ganzen Linie verhätschelt, und sie lässt es sich gefallen. Schließlich ist sie ja kein dummes Huhn.

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