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EK vom 08.03.2003

Schwarzfischer, Odlsünder und Wirtshaushocker
Ländliche Delikte größtenteils harmlos / Kartenspieler im Kühlraum versteckt

Pfalzpaint (je) Wenn heute über die Delikte erzählt wird, mit denen die bayerischen Gendarmen befasst waren, wird man schon an das „Königliche Amtsgericht" erinnert. So schilderte Leo Schneider aus Pfalzpaint, „dass ein jeder Bub, der an der Altmühl wohnt, das Schwarzfischen probiert haben muss". Dabei hätten sie immer die Straße Richtung Polizeihaus im Auge gehabt. Wenn einer der Ordnungshüter aufgetaucht sei, seien sie Richtung Rieshofen abgehauen. „Viel ist uns nicht passiert", sagte er, „wenn uns ein Gendarm erwischt hat." Er habe halt geschimpft. Beim Überschreiten der Sperrstunde im Wirtshaus aber habe es kein Pardon gegeben. Wer eine halbe Stunde länger hocken blieb als erlaubt, musste einen „Zwickel" (zwei Mark) berappen. Leo Schneider lacht heute noch, wenn er daran denkt, wie einmal ein Dutzend Burschen rechtzeitig vom Erscheinen des Polizisten Wind bekamen und sich schnell im Kühlraum versteckten. Das Aufhören beim „Wattn" oder Schafkopfen sei recht schwer gefallen, meinte er. Zwei Rieshofener mussten einmal fünf Mark im Polizeihaus abliefern. Sie waren erwischt worden, wie sie nachts mit einer Straßenraupe spazieren fuhren. Das schwere Gerät war zum Bau der Verbindungsstraße von Pfalzpaint nach Rieshofen eingesetzt. Strafbar war es auch, wenn von einer Miststätte auf dem Bauernhof nach Regenfällen 0dl auf die Straße gelaufen sei. Zwei Mark kassierten hier die Ordnungshüter. Zu den letzten Polizeibeamten, die in Pfalzpaint den Dienst versahen, zählte Rupert Voglgsang. Er gehörte auch noch der Landespolizei Eichstätt an und wurde später zum Bürgermeister von Pfalzpaint gewählt. Voglgsang war gebürtiger Mörnsheimer und war zuvor bei der Polizei in Regensburg und bei der Schutz- und Verkehrspolizei in München tätig. Seine Tochter Helga Semmler erzählt, dass im Erdgeschoss des Polizeihauses eine Arrestzelle eingerichtet war, in die manchmal Männer eingesperrt wurden, vermutlich zur Ausnüchterung. „Da haben wir Kinder uns gefürchtet", sagte sie, „wenn die durch das Gitter schauten." Die Pfalzpainter Polizisten waren Kommissär Peter Baur (1926 bis 1945), Wachtmeister Bergmüller (1927 bis 1930), Wachtmeister Karl (1930 bis 1936). Nach 1945 waren als Polizisten oder Hilfspolizisten eingesetzt: Baptist Hofmeier, Johann Konrad, Andreas Schonat, Hermann Knaub, Johann Wondra, Michael Göbel, Georg Wellein und Rupert Voglgsang.

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