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EK vom 29.10.2003

Starker Verband in Zeiten sozialer KälteVdK-Kameradschaftstreffen in Pfalzpaint / Bedeutung des Ehrenamts gewürdigt

Pfalzpaint (mfr) Die Atmosphäre mutete so an, als wär's ein Verwandtschaftstreffen einer großen Familie, als sich am Sonntagnachmittag mehr als 200 Mitglieder des VdK aus dem gesamten Gebiet des Kreisverbandes Eichstätt im Schützenhaus in Pfalzpaint trafen. Dort fand das 19. Kameradschaftstreffen statt, mit dessen Ausrichtung der Ortsverband Pfalzpaint beauftragt worden war. So begrüßte denn auch der gastgebende Ortsvorsitzende Karl Riedlmeier die vielen Kameradinnen und Kameraden und die Gäste. Besonders nannte er Pfarrer Josef Bierschneider, Bürgermeister Hans Mayer und Mitglieder des Waltinger Gemeinderates, den Ehrenvorsitzenden des Ortsverbandes Pfalzpaint, Willi Braun, den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Karl Sellinger und VdK-Kreisgeschäftsführer Werner Böll. Riedlmeier bedankte sich bei der Kgl. priv. FSG Pfalzpaint, die die Bewirtung der vielen Gäste in ihrem Schützenheim übernommen und optimal organisiert hatte, bei der Freiwilligen Feuerwehr Pfalzpaint für den Parkplatz- und Ordnungsdienst und besonders beim „Altmühl-Blechtett" unter der Leitung von Alois Mayer jun. für die ansprechende musikalische Umrahmung der gesamten Veranstaltung. Stellvertretender Kreisvorsitzender Karl Sellinger überbrachte die Grüße des Vorsitzenden Achim Werner und freute sich sehr über den zahlreichen Zuspruch dieses Kameradschaftstreffens. Worte des Dankes fand er für Karl Riedlmeier für die Ausrichtung und Durchführung des Treffens und auch für dessen soziale Aktivitäten in anderen Bereiche. Sellinger wies darauf hin, dass die Kreisgeschäftsstelle gute Arbeit leiste. Vor allem der Mitgliederzuwachs von 9000 noch vor einigen Jahren auf nunmehr 13 000, die von der Geschäftsstelle Ingolstadt/Eichstätt zu betreuen sind, fordere von den Mitarbeitern besonders durch die Unsicherheiten in der derzeitigen Sozialgesetzgebung ein gerüttelt Maß an Engagement. Ebenso wichtig nannte er die Arbeit der etwa 400 ehrenamtlichen Betreuer im Kreisverband, die sich direkt um die Belange der Hilfsbedürftigen kümmern und mit einem persönlichen Wort zur rechten Zeit oft mehr ausrichten als mit vielem, das geschrieben wird. Der stellvertretende Kreisvorsitzende ging auch auf die Entstehung und die Wichtigkeit dieser Kameradschaftstreffen für den Zusammenhalt untereinander ein. „Trotz der anstehenden Probleme wollen wir heute einen fröhlichen Nachmittag miteinander verbringen", meinte er abschließend und erinnerte noch an den Wahlspruch des VdK „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" nach Johann Wolfgang von Goethe, der seit der Gründung im Jahr 1946 gelte. Geschäftsführer Werner Böll hob die Stellung des starken Verbandes in Zeiten sozialer Kälte besonders hervor. Stichpunktartig nannte er einige Themen, die durch den Sozialabbau aktuell sind: Eintrittsgebühr beim Arztbesuch, höhere Zuzahlungen für Arzneimittel, Zahnersatz nur noch gegen freiwillige Zusatzversicherung, Krankengeld muss extra abgesichert werden, Krankenhausaufenthalte werden teurer. Die gesetzliche Beitragssenkung der Krankenkassen soll 2004 nur teilweise zum Tragen kommen, weil viele Kassen erst ihr angehäuften Defizite ausgleichen wollen. Bei der Rentenversicherung komme es, so Böll, genauso dick: Die so genannte Nullrunde sei in Wirklichkeit eine Minusrunde, weil zusätzlich der Zuschuss zur Pflegeversicherung wegfalle, ganz zu schweigen vom Inflationsausgleich. Dies alles bringe aber nur 2,2 Milliarden Euro bei fehlenden acht Milliarden. Es würden also noch drastischere Sparmaßnahmen kommen, so Böll. Bürgermeister Hans Mayer betonte seine Freude darüber, dass die Anwesenden die Solidargemeinschaft lebendig zum Ausdruck brächten. Der VdK sei damals aus der Notlage der Kriegsopfer entstanden und sei heute „der" große Sozialverband der gesamten Bundesrepublik. Er hoffe, dass es dem Verband in der derzeitigen sozialen Schieflage gelinge, dazu beizutragen, dass die notwendigen Einschnitte gerecht verteilt werden.

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