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EK vom 13.11.2003

„Unglaublicher Vorgang" soll Konsequenzen haben
Hochschulausschuss entsetzt über Turmhausabriss

Von unserer Münchner Redaktion

München (cmy) „Sind das bei der Gemeinde denn Blinde?" CSU-Mann Martin Neumeyer zeigte sich entsetzt. Dass das denkmalgeschützte Turmhaus in Gungolding ohne Genehmigung vom Trachtenverein „D'Waldbauern" in Trümmer gelegt wurde, erschütterte aber nicht nur den Abgeordneten. Im gesamten Hochschulausschuss des Landtags herrschte gestern blankes Entsetzen über diesen „unglaublichen Vorgang". CSU-.Ausschusschef Ludwig Spaenle meinte: „So etwas habe ich noch nie erlebt." Damit sich Derartiges nicht wiederholt, machten sich die Ausschussmitglieder parteiübergreifend stark für die Verhängung eines Bußgeldes. „Wir müssen Zeichen setzen", sagte der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Vogel (SPD) anlässlich der Behandlung einer Petition des Jurahaus-Vereins. Der Verein drängt in seiner Eingabe darauf, „diesen Denkmalfrevel öffentlich und nachhaltig zu behandeln, um Nachahmungstäter abzuschrecken". Bei einem Ortstermin Anfang September stand Ludwig Spaenle, der auch Chef des Landesdenkmalrates in Bayern ist, vor „rauchenden Trümmern". Der Trachtenverein sei mit seiner Teilabbruchgenehmigung „extrem individuell umgegangen". Wegen des schlechten baulichen Zustands des Hauses hätte es nur bis zur Oberkante der Zwischendecke abgerissen werden dürfen. Der Turm der ehemaligen Schmiede indes musste laut der Genehmigung für den Teilabbruch ganz erhalten bleiben. Diese Auflage hat der Trachtenverein auch erfüllt. Dass der Rest des Baudenkmals der Spitzhacke der örtlichen Trachtler zum Opfer fallen konnte, lastete Spaenle vor allem der Untätigkeit der involvierten Behörden an: Landesamt für Denkmalpflege, Ministerium, Denkmalschutz vor Ort und Kreisbauamt hätten wie beim „Buchbinder Wanninger" aneinander vorbeigeredet. „Ich habe selten einen so verunglückten Fall von Kommunikation erlebt", meinte Ludwig Spaenle, der sich gleichzeitig an das Schelmenstück vom „Holledauer Schimmel" erinnert fühlte. Die Petition wurde einstimmig als Material an die Staatsregierung zur Berücksichtigung weitergeleitet. Laut SPD-Mann Vogel soll die Regierung nun dafür sorgen, „dass so etwas in Zukunft nicht mehr passieren kann".

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