Sie sind hier: Februar 2004
Weiter zu: Presse 2004
Allgemein:
Impressum
Xaver Meier möchte den Wochenmarkt nicht missen
Der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende ist am liebsten samstags am Marktplatz
Eichstätt/Pfünz (hr) Bei den Tarifverhandlungen für Bayerns Metaller sitzt er in den Tarifkommissionen den Arbeitgeberbossen gegenüber, als Mitglied des Weltbetriebsrats von VW vertritt er die Interessen von weltweit etwa 340000 Arbeitern. Und doch fühlt er sich am wohlsten daheim, und wenn er Zeit hat, dann findet er sich jeden Samstagvormittag auf dem Eichstätter Wochenmarkt ein: Xaver Meier, seit zehn Jahren Vorsitzender des knapp 80 Mitglieder zählenden Gesamtbetriebsrats der Audi AG mit ihren insgesamt etwa 53 000 Mitarbeitern. Doch Meier ist nicht nur Chef der Audi-Arbeitnehmervertretung. Er ist auch im Eurobetriebsrat und Weltbetriebsrat von VW sowie Mitglied des Aufsichtsrats des VW-Konzerns und stellvertretender Vorsitzender des Audi-Aufsichtsrats. Weltweit ist Meier deshalb oft unterwegs auf Sitzungen und Treffen. Und da gefällt ihm die Beschaulichkeit, die Überschaubarkeit und die Begrenztheit des Eichstätter Marktplatzes. „Hier kaufe ich mir immer frisches Obst." Doch der Besuch des Eichstätter Wochenmarktes ist für Xaver Meier mehr ist als nur ein Obst- und Gemüseeinkauf. Immerhin hat der gebürtige Pfünzer nach seiner Heirat in der Frauenbergkapelle 1966 hier zusammen mit seiner Frau, einer gebürtigen Eichstätterin, zehn Jahre bis 1976 am Heidingsfelder Weg gelebt. Dann kam der Hausbau in Pfünz, wo er und die Familie jetzt leben. Der gelernte Universalfräser, der Schritt für Schritt die Karriereleiter in der Arbeitnehmervertretung des Autobauers, zu dem er 1962 als Werkzeugbauer gestoßen war, hochgeklettert ist, freut sich immer darauf, samstags am Wochenmarkt alte Bekannte zu treffen. Auch viele Audi-Mitarbeiter, ob aktiv noch oder schon im Ruhestand, sprechen den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden dann an oft mit Lob, manchmal auch mit Tadel über die Entwicklung des Unternehmens. Beides macht Meier Spaß. Denn, so sagt er, „da sieht man immer wieder, wie gut die Menschen informiert sind, wie stark verbunden sie mit ihrem Arbeitsplatz sind auch noch nach dem Ausscheiden in den Ruhestand". Manchmal setzt er sich dann auch in das Cafe am Marktplatz und schaut dem Treiben zu. Der Marktplatz mit dem Willibaldsbrunnen, eingerahmt von mächtigen, Selbstbewusstsein ausstrahlenden Bürgerhäusern und Kontrapunkt zum kirchlich geprägten Domplatz eine Herausforderung für den Sozialdemokraten und Gewerkschaftler? Nein, sagt Meier. „Eichstätt ist einfach eine wunderbare Stadt. Hier kann ich abschalten", bekennt er. Und: „Den Wochenmarkt am Samstag in Eichstätt möchte ich nicht missen. Wenn ich beruflich weg bin, dann vermisse ich ihn sehr." Zu Eichstätt hat Xaver Meier auch noch durch sein Amt als Betriebsratsvorsitzender eine gute Beziehung. Immerhin spendet die Audi-Belegschaft sozialen Einrichtungen wie der Caritas fast jährlich einen ansehnlichen Betrag oder ein Fahrzeug. Überhaupt liegt Xaver Meier er war jahrelang für die SPD Mitglied des Gemeinderats von Walting und des Kreistages von Eichstätt das soziale Engagement sehr am Herzen. So soll jetzt analog zur VW-Belegschaft eine „Rest-Cent“-Aktion bei Audi gestartet werden, bei der die Cents hinter dem Komma auf der Gehaltsabrechnung einem Projekt für Straßenkinder in Brasilien zugute kommen sollen. „Das Geld ist hervorragend angelegt", ist Meier überzeugt. Und auch die Ausbildung junger Menschen ist Meier ein Anliegen. „Audi hat im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitgebern die Zahl der Ausbildungsplätze jetzt um 40 Prozent erhöht", ist er stolz auf die Initiative des Betriebsrats, die dies ermöglicht hat. Überhaupt sei, so Meier, die Arbeit der Gewerkschaften und Betriebsräte dringend notwendig. Denn nur mit Mitbestimmung die bei Audi gut funktioniere, weil Meier auch im Aufsichtsrat vertreten ist und früh in Entscheidungsprozesse eingebunden wird - sichere die Zukunft des Unternehmens und damit die der Mitarbeiter.
Gehe zu: EK vom 12.02.2004 EK vom 17.02.2004