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EK vom 17.02.2004

Großes Interesse bei der KAB am Thema Ganztagsschulen

Walting (raf) Eine große Zahl Interessierter fand den Weg zu einem Vortrag der KAB-Ortsverbände Gungolding-Pfalzpaint, Pfünz und Walting sowie des Elternbeirates der Schule Walting zum Thema „Ganztagesschulen - das Ende elterlicher Erziehung?". Die Referentin Elke Kinkeldei aus Ingolstadt klärte unter anderem, was mit dem Begriff „Ganztagesschule" inhaltlich und in Hinblick auf den zeitlichen Rahmen gemeint sei. Dadurch ergeben sich auch unterschiedliche Definitionen von „Ganztagesschule". Unterscheiden müsse man zwischen der so genannten „offenen Ganztagsschule" mit einem freiwilligen Nachmittagsangebot und der „gebundenen Ganztagsschule" mit verpflichtenden Angeboten am Nachmittag und einer Rhythmisierung zwischen Lern- und Entspannungsphasen. Als Motivation für einen Ausbau der Ganztagsschule nannte Kinkeldei neben der für manche schockierenden PlSA-Studie auch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern. Auch sei der Ausbau eine Reaktion auf eine veränderte Kindheit, die unter anderem durch die Auflösung der traditionellen Kernfamilie und einer steigenden Anzahl von Einzelkindern entstehe. Aber auch der Wunsch, eine zeitgerechte Form des Lehrens und Lernens umzusetzen, etwa in Projektarbeit, könnte als Argument dienen. Im Gespräch während des Vertrags wurde deutlich, dass die genannten Punkte eher im städtischen als im ländlichen Bereich zutreffen. Gleichermaßen wurden auch Bedenken einer zu starken Belastung der Schüler geäußert. Eine ganztägige Einbindung der Schüler hätte darüber hinaus auch Folgen für das Vereinsleben und die kirchliche Jugendarbeit. Ebenso seien negative Auswirkungen für das Familienleben noch nicht ausreichend in der öffentlichen Diskussion zu finden. Vor allem eine zwangsweise Einführung der Ganztagesschule stößt auf große Skepsis seitens der Eltern, die KAB hält es deshalb auch für sinnvoller, Ganztagesschulen auf freiwilliger Basis anzubieten.

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