Sie sind hier: Januar 2007
Weiter zu: Presse 2007
Allgemein:
Impressum
Patrozinium in Rieshofen
Auflegung der Erhardsreliquie
Von Johann Rixner
Rieshofen (EK) Die Gläubigen in Rieshofen feiern am kommenden Sonntag, 7. Januar, gemeinsam mit den Mitgliedern der Pfarrei Walting und auswärtigen Gästen das Patrozinium ihres Kirchenpatrons, des heiligen Erhard.
Der Festgottesdienst in dem kleinen Altmühldorf beginnt um 9.30 Uhr. Zelebrant und Prediger ist Waltings Pfarrer Francesco Benini. Die musikalische Gestaltung übernehmen Johann Rixner (Orgel) und Florian Bauer (Trompete). Zum Einzug erklingt das Prelude aus „Te Deum laudamus" von Marc-Antoine Charpentier (1636 bis 1704), zur Gabenbereitung wird das Ave verum corpus von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) gespielt und den Auszug wird das Trumpet Voluntary von Jeremiah Clarke (1670 bis 1707) begleiten. Nach einer Festandacht, die um 14 Uhr beginnt und der ebenfalls Pfarrer Benini vorsteht, besteht für die Gläubigen die Möglichkeit zur Auflegung der Erhardsreliquie. Zur Reliquienauflegung erklingt durch die Orgel das Air aus der Suite D-Dur von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Das Erhardsreliquiar wurde im 27. Juni 1999 im Rahmen der Altarweihe von Bischof Walter Mixa in den hölzernen Altarboden eingeschlossen und wird nur zu ganz besonderen Anlässen wieder hervorgeholt. Mehrjährige Verhandlungen zwischen dem Regensburger Dompfarrer Domkapitular Prälat Hermann Hierold und dem damaligen Waltinger Pfarrer Erich Schredl waren erforderlich, bevor der frühere Bischof von Regensburg, Manfred Müller, seine Einwilligung zur Übertragung eines kleinen Teils der Reliquien des heiligen Erhard erteilte. Die Hauptreliquien des Heiligen ruhen im Niedermünster in Regensburg. Die Geschichte der Rieshofener Kirche geht weit in die Vergangenheit zurück. Zu welcher Zeit die erste Kirche in Rieshofen erbaut wurde, ist nicht überliefert. Da schon früh der heilige Erhard, Patron der Nachbardiözese Regensburg, als Kirchenpatron genannt ist, kann dies darauf hindeuten, dass schon vor der Zeit des heiligen Willibald (700-787) von Regensburg aus missioniert wurde. Allerdings wurde Erhard erst im Jahr 1052 heilig gesprochen. Da der Kirchturm in etwa zu dieser Zeit erbaut worden ist, kann für den Kirchbau Erhard als gerade „aktueller" Heiliger in Frage gekommen sein. Die Untergeschosse des Kirchturmes sind romanischen Ursprungs (etwa 12. Jahrhundert), der weitere Aufbau erfolgte in der Spätgotik. 1749 wurde das Langhaus neu angebaut, welches 1912 erweitert wurde. 1949 wurden für die Kirche drei neue Glocken angeschafft. Wertvollstes Kunstwerk im Innern ist eine Marienfigur aus Ton, die auf 1470 bis 1480 datiert wird. Die Figur wurde nach der Innenrenovierung 1999 an der rechten Seite angebracht. Ein besonderes Augenmerk verdienen auch der Kreuzweg (1763), die Prozessionsstangen (1854) und die Orgel (1930), die erst im Jahr 2003 einer gründlichen Generalsanierung unterzogen wurde. Das große Deckengemälde zeigt den heiligen Erhard, wie er das blinde Mädchen Ottilia tauft, das daraufhin sehend wird. Deswegen wird der heilige Erhard besonders bei Augenleiden angerufen.
Gehe zu: EK vom 03.01.2007 EK vom 03.01.2007